RODENKIRCHEN - Rund 50 Milcherzeuger kamen zur erneuten Informationsveranstaltung des im August 2007 gegründeten Milch Board in die Rodenkircher Markthalle. Die als wirtschaftlicher Verein bundesweit agierende Erzeugergemeinschaft zählt zurzeit 25 000 Mitglieder und bündelt etwa 30 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch, so der Vorstandsvorsitzende Johannes Bayrhof aus dem Allgäu.
Er leitete seinen Vortrag mit einem Videobeitrag von Professor Franz Josef Radermacher, Leiter des Forschungsinstitutes für angewandte Wissensverarbeitung an der Universität Ulm, ein, in dem die zwei wichtigen Marktmechanismen geschildert werden. Auf der einen Seite steht der Wettbewerb für alle Erzeuger und auf der anderen Seite sind die Regeln, auf die die Erzeuger leider keinen Einfluss haben. Durch eine Bündelung der Milcherzeuger im Milch Board hoffen die Beteiligten mehr Macht über die Marktregeln zu bekommen.
Im Milch Board, deren Mitglieder weiterhin ihre Molkerei beliefern können, erarbeiten Mitglieder und Vorstand zusammen ein Konzept und bestimmen darin die Festsetzung des Basispreises für die produzierte Milch sowie dessen Durchsetzung gegenüber den Molkereien. Das Marktstrukturgesetz erlaubt eine Bündelung der Milcherzeuger und Festsetzung der Verkaufsregeln, ohne dass gegen das Kartellrecht verstoßen wird, machte Johannes Bayrhof deutlich.
Er wies zudem darauf hin, dass die Festsetzung des Basispreises für die Milch von einer unabhängigen Organisation jedes Jahr neu ermittelt werde. Der Basispreis solle eine Untergrenze setzen, die nach oben hin flexibel sein kann, so dass auch weiterhin ein Wettbewerb stattfinden kann. Das Milch Board könne so eine marktbeherrschende Stellung einnehmen, ohne gegen bestehende Gesetze zu verstoßen.
Das Kernkonzept des Milch Boards laute: mitbestimmen, mitreden, mitentscheiden. Nur so könne man in Zukunft nicht nur eine Kannennummer auf einer Michwagentour sein, fügte Folkert Fittje aus Norderseefeld ein. Er vertritt im Beirat der Erzeugergemeinschaft die Region Niedersachsen-West.
