RODENKIRCHEN - Die Lebensleistung und Nutzungsdauer von Milchkühen stand am Donnerstag im Mittelpunkt des achten Milcherzeugertages in der Markthalle Rodenkirchen. Dazu eingeladen hatten die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Deutsche Tiernahrung Cremer und der Zeitschrift Land & Forst. Die Veranstaltung fand zum dritten Mal in Rodenkirchen statt.
Rund 320 Gäste
Rund 320 Gäste hörten drei aufeinander abgestimmte Fachvorträge. Während Dr. Jakob Groenewold von der Landwirtschaftskammer über die Lebensleistung und Nutzungsdauer von Milchkühen referierte, sprach Dr. Katharina Pfeil (Deutsche Tiernahrung Cremer) über den Einfluss von Fütterung und Management auf die Tierhaltung. Aus der Praxis berichtete der niederländische Milchviehalter Jos Knoef. Der Landwirt hält einen Weltrekord: Im Jahr 2004 hatten 14 seiner rund 100 Kühe, die über zehn Jahre und älter waren, jeweils mehr als 100 000 Liter Milch in ihrem Leben produziert. In diesem Jahr erbringen acht seiner Kühe diese herausragende Leistung.
Informationen aus Theorie und Praxis wurden den Teilnehmern vermittelt. Der erste Vortrag von Jakob Groenewold beschrieb den aktuellen Stand hinsichtlich Lebensdauer und Nutzung von Milchkühen. Während das Leistungsniveau der Milchkühe und auch die Herdengröße seit Jahren kontinuierlich anstiegen, sei die Nutzungsdauer der Tiere unbefriedigend, betonte der Referent. Nur etwa ein Viertel der Kühe würden vier und mehr Laktationen erreichen. Die mittlere Nutzungsdauer liege bei 37,7 Monaten.
Ökonomische Betrachtung
Für die ökonomische Betrachtung sei die Milchleistung je Lebenstag zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Kühen geeignet. „Bei diesem Merkmal sollten im Herdenmittel möglichst 15 Kilogramm Milch je Lebenstag erreicht werden“, sagte Jakob Groenewold. Eine Gesamtmilchleistung von gut 31 000 Kilogramm Milch sei zu realisieren. „Nur so kann unter Berücksichtigung der Vollkosten auf Dauer ein nachhaltig positives Betriebsergebnis erreicht werden“, sagte der Referent. Die Durchschnittswerte in niedersächsischen Milchviehbetrieben liegen nach seinen Worten bei dieser Kennzahl noch deutlich niedriger.
Um nähere Informationen über das Leistungsniveau und die Haltungsbedingungen von Kühen mit hoher Lebensleistung zu bekommen, wurden die Daten von 4582 lebenden Kühen aus 2627 Betrieben analysiert, die eine Lebensleistung von mindestens 80 000 Kilogramm Milch erzielt haben. Es stellte sich nach den Worten des Referenten heraus, dass die Kühe überwiegend auch in Betrieben mit überdurchschnittlich hoher Herdenleistung stehen. „Bei der Exterieurbewertung liegen Ergebnisse von 2500 Dauerleistungskühen vor, die in den Hauptmerkmalen Typ, Körper, Fundament und Euter Bewertungen im Bereich von 84/85 Punkten erreichen“, so Jakob Groenewold weiter. Daraus sei der Schluss möglich, dass ein gutes Erscheinungsbild – speziell beim Fundament und dem Euter – sich durchaus positiv auf die Nutzungsdauer auszuwirken scheint. Weiterer Bericht folgt.
