RODENKIRCHEN - RODENKIRCHEN - Die Grünen haben einen neuen Ortsverband Stadland/Jade gegründet. Am Freitagabend wurde er in Anwesenheit der weiblichen Co-Landesvorsitzenden Dr. Susanne Leifheit (Rotenkamp, Kreis Helmstedt) im „Friesenheim“ aus der Taufe gehoben. Neben dem Kampf gegen das Kernkraftwerk Unterweser samt Zwischenlager und die geplante A 22 wollen sich die neun Mitglieder vor allem um die Wiederbelebung des ländlichen Raums kümmern.
Dieses Thema griff auch die Landesvorsitzende mit ihrem Referat „Ländliche Entwicklung aus grüner Sicht“ auf. Darin stellte sie die Grünen als natürliche Verbündete aller im ländlichen Raum Handelnden dar. „Der ländliche Raum ist ein schwieriges Thema, weil er viele Bereiche der Politik berührt“, sagte Susanne Leifheit. „Er wird vor allem als Entleerungsraum gesehen.“
Als Negativposten nannte sie den Strukturwandel in der Landwirtschaft – immer weniger Höfe mit immer mehr Vieh – und die Abkopplung von Bus und Bahn bei gleichzeitig steigenden Benzinpreisen. Sie gab unaufgefordert zu, dass der Einsatz der Grünen gegen die Pendlerpauschale im Widerspruch zu ihrer Klage über die Abkopplung des ländlichen Raums stehe.
Was tun? Susanne Leifheit regte die enge Zusammenarbeit der handelnden Personen und Organisationen, neudeutsch auch „Networking“ genannt, an. Elke Kuik-Janssen kündigte an, der Ortsverband wolle dies in die Hand nehmen – unter anderem durch eine Arbeitsgemeinschaft „Ländliche Wirtschaft“. Eine Zukunftsperspektive sei der Aufbau einer eigenen Energiewirtschaft durch nachwachsende Rohstoffe und Biogasanlagen. Diese Anlage dürften aber nicht in die Hände großer Konzerne gelangen. Als positives Beispiel nannte sie eine Anlage im „Energiedorf“ Jühnde im Kreis Lüchow-Dannenberg, die von der örtlichen Raiffeisen-Warengenossenschaft betrieben wird.
Auch die Erzeugung von Biodiesel sei ein lukratives Geschäft. Dieser Wandel müsse aber professionell begleitet werden. Perspektiven biete auch die Erzeugung gentechnikfreier Lebensmittel. „In einigen Bereichen kann der Bedarf nicht mehr gedeckt werden“, sagte Leifheit. Eine weitere Zukunftshoffnung sei Heimarbeit im Internet, für die es aber im ländlichen Raum ausreichend schnelle Datenleitungen geben müsse. Dorferneuerung allein jedenfalls reiche nicht; davon profitierten vor allem Ingenieurbüros.
Der neue Sprecher Helge Thoelen verwies auf ein EU-Programm zur Förderung des ländlichen Raums, das sogar Kinderbetreuung unterstütze, wenn junge Mütter wieder arbeiten wollten.
ortsverband wählt vorstand
