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Protest Rodenkirchen: Tierschützer  wollen  Aus  für  Ochsenrennen

Mark Brüggemann

RODENKIRCHEN - Nur ein Riesen-Spaß oder eine Riesen-Tierquälerei? Das Rodenkircher Ochsenrennen, das am kommenden Wochenende (16. bis 18. Juli) in seine zweite Runde geht, steht in der Kritik. Wie schon bei der ersten Auflage vor zwei Jahren hat sich eine Tierschutzorganisation aus Bayern zu Wort gemeldet.

Als eine „Verunglimpfung der Tiere“ bezeichnen die Tierschützer von „Animal 2000“ aus München die Ochsenrennen. „Solche Rennen funktionieren nur aufgrund des Abwehrverhaltens der Ochsen, das als Gaudifaktor für die Zuschauer dient“, sagt Mechthild Mench, stellvertretende Vorsitzende der Organisation. Die Tiere seien zum Reiten ungeeignet und würden unnötigem Stress ausgesetzt. „Würde ein Ochse sich freiwillig einer johlenden Menschenmenge aussetzen? Wohl kaum“, heißt es in einer Erklärung der Tierschützer. Sie hätten sich nach eigenen Angaben vom zuständigen Veterinäramt gewünscht, die Veranstalter des Rodenkircher Rennens mit strengeren Auflagen von einer Wiederholung abzubringen.

Gerfried Hülsmann, Mitveranstalter des Ochsenrennens, kann die Empörung von „Animal 2000“ nicht verstehen: „Die Tiere dürfen in unserem Rennen nicht geschlagen werden, alle haben Boxen und liegen darin wie in Vier-Sterne-Hotels“, sagt Hülsmann.

Jede Phase überprüft

Bedenken gegen die Veranstaltung haben auch das Veterinäramt und das für Tierschutz zuständige niedersächsische Landwirtschaftsministerium nicht. Natascha Manski, Sprecherin des Ministeriums, betont, dass die Ochsen eine längere Zeit für das Rennen trainiert hätten und daher an Menschen gewöhnt seien.

Dr. Hans-Dieter Gahren, Leiter der Regionalstelle Brake beim Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser, versichert, dass man beim ersten Durchgang vor zwei Jahren jede Phase des Ochsenrennens ganz genau überprüft habe. „Das ist eine schöne Veranstaltung, die einen netten Umgang von Mensch und Tier fördert.“ Unter einem netten Umgang von Mensch und Tier stellt sich Mechthild Mench von „Animal 2000“ allerdings etwas Anderes vor. Besonders regt sie auf, dass Ochsenrennen wie in Rodenkirchen Kindern ein falsches Vorbild gäben: „Die Kinder sehen es dann als normal an, dass Tiere einfach so zur Unterhaltung herangezogen werden.“


Zu wenig informiert

Dr. Frank Linneweber, Tierarzt aus Nordenham, der die am Rennen teilnehmenden Ochsen regelmäßig untersucht, wirft „Animal 2000“ vor, allgemein zu argumentieren und über das Rennen in Rodenkirchen zu wenig informiert zu sein. „Ich kann die Tierschützer nur einladen, herzukommen und mit uns zu diskutieren.“

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