RODENKIRCHEN - Erst das Aus für die Magnetschwebebahn in München und nun hat auch noch China Interesse an einem Kauf der deutschen Transrapid-Technologie signalisiert. Für den Vorstand der „Gesellschaft zur Förderung der Magnetschwebetechnologie (Transrapid)“ (GFM) gibt es genügend Beratungsbedarf, wenn er zu einer öffentlichen Sitzung am Sonnabend, 12. April, um 11.30 Uhr im „Bier-Café Hülsmann“ in Rodenkirchen zusammentritt.

Dort war die GFM am 9. Juni 2000 als gemeinnütziger Verein auch gegründet worden. Sie ging aus dem Transrapid-Förderkreis hervor, den der Rodenkircher Günter Schäfer im Juli 1998 mit einigen Mitstreitern aus der Taufe gehoben hatte, um das „Verkehrsmittel der Zukunft“ möglichst vielen Menschen nahezubringen sowie um Vorurteile und Ängste abzubauen.

Ziel der GFM ist die Optimierung des konventionellen Rad-Schiene-Systems für höhere Geschwindigkeitsbereiche durch die Magnetschwebetechnologie, die europaweit zum Einsatz kommen soll. Um dafür zu werben, beteiligte sich der Verein vor wenigen Wochen erstmalig an den 6. Automatisierungstagen der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven in Emden. Die Initiative dazu gab GFM-Kassenwart Horst Wieting aus Rodenkirchen, der rege Kontakte zur Fachhochschule pflegt.

„Die Entscheidungen zum Münchner Transrapidprojekt dürfen nicht das Ende der Transrapid-Technologie in Deutschland bedeuten. Wir fordern, die bereits zugesagten Finanzmittel für weitere Transrapid-Projekte in Deutschland bereitzuhalten, den Fortbestand der Transrapid Versuchsanlage Emsland in Lathen zu gewährleisten und endlich einheitliche Maßstäbe beim Umgang mit Mehrkosten bei Projekten des spurgeführten Verkehrs einzuführen“, sagte GFM-Vorsitzender Friedrich Wilhelm Merck aus Seevetal.

Zudem müsse jetzt mit der Realisierung eines europäischen Transrapid-Netzes begonnen werden, denn die Parteien der Bundesregierung hätten sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf festgelegt, „mindestens eine“ Transrapid-Strecke in Deutschland zu realisieren.


Mit diesen und anderen Themen wird sich der GFM–Vorstand, neben einigen Regularien, während seiner Sitzung am Sonnabend im Rodenkircher Gründungslokal beschäftigen. Dazu sind nicht nur die Funktionsträger, sondern alle Mitglieder des Vereins und interessierte Gäste eingeladen.