RODENKIRCHEN - Obwohl sie bereits fertiggestellt sind, wird die Inbetriebnahme der durch Neu- und Umbauten entstandenen neuen Räume in der Haupt- und Realschule Rodenkirchen auch nach den Weihnachtsferien weiter auf sich warten lassen. Weil sie Schadstoffe abgeben, müssen die neuen Fußböden wieder herausgenommen und ersetzt werden. Das bestätigte Heinz Hannemann, stellvertretender Fachdienstleiter der Kreisverwaltung, auf Anfrage der NWZ .
Mit den Arbeiten, die vom Bremer Umweltinstitut begleitet werden, wurde jetzt eine weitere Firma beauftragt. Gleichzeitig wurde der Vertrag mit jenem Unternehmen, das den Auftrag für die Beschaffung und Verlegung der Fußböden erhalten hatte, gekündigt. Letztere muss die durch die Auswechselung der Fußböden entstehenden Mehrkosten tragen.
Nach Auskunft von Heinz Hannemann war nach Verlegung der Fußböden aus synthetischem Kautschuk ein starkes Geruchsproblem in den Räumen festgestellt worden, das sich auch durch Lüftung nicht beheben ließ. Um der Sache auf den Grund zu gehen, wurde das Bremer Umweltinstitut mit einer Luftraummessung und einer Materialprobe beauftragt.
Hohe Schadstoffgehalte
Das Ergebnis: sowohl in der Raumluft als auch im Fußbodenmaterial wurden hohe Schadstoffkonzentrate festgestellt. Ein Gespräch mit der beauftragten Firma blieb ergebnislos, zumal das Unternehmen das Problem nicht anerkennen wollte und mit einem Gegengutachten zu entkräften versuchte. Über einen Anwalt setzt die Kreisverwaltung der Firma bis Freitag vergangener Woche eine Frist zum Austausch der Fußböden.
Erst am letzten Tag erreichte die Kreisverwaltung eine Mitteilung der Firma, dass man unverzüglich mit dem Austausch der Fußböden beginnen wolle. Doch weder an dem Freitag noch an diesem Montag tat sich etwas. Daraufhin kündigte die Kreisverwaltung den Vertrag mit der Firma und beauftragte ein anderes Unternehmen mit den Arbeiten.
Umweltinstitut beauftragt
Verlegt werden soll wiederum ein Fußboden aus synthetischem Kautschuk, jedoch eines Herstellers, dessen Material sich bereits in anderen Gebäuden des Landkreises bewährt hat. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollen alle Arbeiten vom Bremer Umweltinstitut begleitet werden. So soll der neue Fußboden erst dann verlegt werden, wenn die Räume nach dem Herausreißen des jetzigen Materials wieder schadstofffrei sind, so Heinz Hannemann.
Mit dem kommissarischen Schulleiter Jürgen Janssen wurde ein Stufenplan für die anstehenden Arbeiten abgesprochen. Begonnen wird in den vier Fachräumen im ehemaligen Hauptschulgebäude. Es folgen die neue Mensa, die umgebauten Klassenräume im alten Realschulgebäude und zuletzt die neue Fahrradwerkstatt. Heinz Hannemann rechnet mit zwei bis drei Wochen pro Gebäude.
Wenn es gewünscht werde, sei man auch bereit, eine Informationsveranstaltung zu dem Problem in der Schule anzubieten, kündigte Heinz Hannemann an.
