RODENKIRCHEN - RODENKIRCHEN - „Die Küstenautobahn ist nicht zu finanzieren. Sie ist weder für den regionalen noch für den überregionalen Verkehr erforderlich. Sie wird sich negativ auf die Arbeitsplätze in der regionalen Wirtschaft auswirken und Lebensraum für Mensch und Natur zerstören.“ So lautet das Fazit der Veranstalter der dritten Vollversammlung der Bürgerinitiativen gegen die A 22 zwischen Elbe und dem Ammerland.
Der Einladung zur Versammlung am Freitagabend in der Markthalle in Rodenkirchen waren etwa 150 Interessierte gefolgt. Der Koordinierungskreis der Bürgerinitiativen hatte dies allerdings bis zum Versammlungsbeginn für sich behalten: Emanuel Schiffer hatte sein Kommen bereits am vergangenen Mittwoch abgesagt.
Der Eurogate-Chef und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven ist Vorsitzender des Fördervereins „Pro A 22“. Die A 22-Gegner hatten bis Versammlungbeginn an der Ankündigung festgehalten, dass Schiffer seine Position in Rodenkirchen darstellen werde.
An die Darstellung des Planungsstandes und der Position der Bürgerinitiativen schloss sich in Rodenkirchen eine lebhafte Diskussion an.
Es wurde unter anderem die Frage aufgeworfen, warum dem Küstenschutz nicht der gleiche politische Einsatz entgegengebracht werde wie der A 22. Angesichts der zukünftig vermehrt zu erwartenden Sturmfluten stellten die unzureichenden Deiche eine unmittelbare Bedrohung für die Menschen im Nordwesten dar und würden auch die mögliche A 22 überfluten, meinen die Autobahngegner.
Aus Lüneburg in Rodenkirchen angereist waren Annette Niemann und Hans-Christian Friedrichs, um über den Widerstand gegen die bei Lüneburg geplante A 39 zu informieren. Das Engagement und die Ausdauer der dort betroffenen Bürger hat den hiesigen Initiativen Mut gemacht, weiterhin konsequent auf die aus ihrer Sicht Unsinnigkeit des Projektes A 22 hinzuweisen.
Auf der Vollversammlung wurde auch ein Brief an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee verabschiedet, in dem die Bürgerinitiativen auf die ihrer Ansicht nach drohenden Gefahren – besonders auch für die lokale Wirtschaft – und den geringen Nutzen hinweisen.
Die Bürgerinitiativen fordern den Minister auch dazu auf, „Verantwortung zu übernehmen für eine Zukunft ohne eine Autobahn, die keine Zukunft hat“.
