RODENKIRCHEN - Weder die Pächter noch die Eigentümer landwirtschaftlicher Flächen seien bereit oder in der Lage, künftig jährliche Kosten für eine Tränkewasserversorgung des Viehs auf den Weiden oder eine zusätzliche Arbeitsbelastung als Folge einer neuerlichen Weservertiefung zu übernehmen. Das machten die Teilnehmer an der Jahreshauptversammlung des Landvolkvereins Rodenkirchen-Golzwarden-Esenshamm in der Gaststätte Friesenheim in Hartwarden deutlich.
Vorstandssprecher Ingo Ostendorf wies in seinem Jahresbericht auf die weiter verschlechterte Situation der Betriebe durch den unzureichenden Milchpreis hin. Auch die Tatsache, dass die existenznotwendige Zuwässerung im Sommer aufgrund das dramatisch angestiegenen Salzgehaltes im Tränkewasser aus der Weser wiederholt eingestellt werden musste, habe Probleme bereitet.
Die Auswirkungen der geplanten weiteren Weservertiefung bildeten dann auch den Schwerpunkt der anschließenden Diskussion. Im Beisein von Kreislandvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf stellten die Landwirte fest, dass im Gegensatz zu den Behauptungen der Wasser- und Schifffahrtsbehörde die Ausbaumaßnahme der Weser auf 14 Meter unter Seekartennull noch gar nicht abgeschlossen sei.
Im Planfeststellungsbeschluss für dieses Verfahren war 1998 eine Beweissicherung durch eine zehnjährige Messung der Salzgehalte in der Weser angeordnet worden. Diese Messergebnisse sollten im elften Folgejahr einen Monat öffentlich auslegen. Das sei bis heute nicht geschehen, kritisierten die Landwirte. Der Grund dafür könnte sein, dass die gemessenen Salzwerte in der Weideperiode tatsächlich um ein Vielfaches höher sind, als seinerzeit von der Planungsbehörde prognostiziert wurden, vermuten die Landwirte.
Dass das Planfeststellungsverfahren für eine neuerliche Weservertiefung vor dem Abschluss des 1998 angeordneten Beweissicherungsverfahrens eingeleitet wurde, halten die Landwirte für nicht hinnehmbar. Die Mitglieder des Landvolkvereins Rodenkirchen-Golzwarden-Esenshamm fordern deshalb, vor Beginn der geplanten Fahrinnenanpassung der Unterweser das Verfahren von 1998 für den Weserausbau auf 14 Meter unter Seekartennull durch die Vorlage und Auswertung des Beweissicherungsergebnisse abzuschließen.
