RODENKIRCHEN - Um eine tiergerechte Tränkewasserversorgung mit Weserwasser sicherzustellen, fordern die Mitglieder des Landvolkvereins Rodenkirchen-Golzwarden-Esenshamm den Bau eines Kanals oder ein Druckrohrleitung von Brake bis Rodenkirchen. Auf diese Forderung einigten sich die Landwirte während einer Zusammenkunft in der Gaststätte „Friesenheim“ in Hartwarden.
Durch den Kanal oder die Leitung soll das Wasser, das der Weser südlich von Brake wegen des dort erheblich geringenen Salzgehaltes entnommen werden soll, in das Zuwässerungssystem der nördlichen und mittleren Wesermarsch gelangen.
Der Bau eines Kanals oder einer Druckrohrleitung ist eine von mehreren Alternativen, die das Planungsbüro Ingenieur-Dienst-Nord (IDN) im Auftrag der Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven für eine Optimierung der Zuwässerung erarbeitet hat. Der Anlass dafür ist, dass das salzhaltige Nordseewasser durch die Weservertiefungen immer weiter stromaufwärts bis Brake dringt.
Die Landwirte waren sich bei der Zusammenkunft im „Friesenheim“ einig, dass für eine intakte Grünlandwirtschaft in Butjadingen und Stadland die Zuführung von tiergerechtem Tränkewasser aus der Unterweser für die Weidetiere existenznotwendig sei. Schon heute überschreitet der Salzgehalt des Weserwassers vielfach den vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz empfohlenen Grenzwert von 2,5 Promille.
Die vom IDN erarbeiteten Optimierungs-Alternativen für die Zuwässerung stellte Burchard Wulff, Vorsteher der Stadlander Sielacht, den Landwirten vor. Eine Absperrung der Schweiburg als Zwischenspeicher für die Zuwässerung in das Strohauser Sieltief sei wegen der überaus starken Verschlickung ebenso wenig möglich wie der seinerzeit geplante Speicherpolder am Beckumersiel für den Butjadinger Zu- und Entwässerungskanal.
Die Versorgung der Weidetiere mit Trinkwasser aus dem Leitungsnetz des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes sei mit großer Mehrarbeit für die Landwirte und einer Einfriedigung der Weiden verbunden. Die Kontrolle der Zäune und der Tränkezufuhr in den vielfach weit entfernten Stückländereien erfordere Stunden. Zudem seien die Kosten für eine derartige Tränkewasserversorgung der Tiere nicht zumutbar, waren sich die Landwirte mit Burchard Wulff einig.
Auch wenn es die teuerste Lösung sei, für die der IDN die Baukosten auf 141 Millionen Euro und die jährlichen Unterhaltungskosten auf 420 000 Euro (jeweils für einen Kanal) geschätzt hat, sei es die sinnvollste. Schon bei der ersten Weservertiefung 1985 sei für die Landwirtschaft der nördlichen Wesermarsch in langer Planungs- und Bauzeit der Butjadinger Zuwässerungskanal als Ausgleich für die Versalzung erstellt worden. Das sollte auch heute möglich sein, argumentieren die Landwirte.
