ROFFHAUSEN - Unterstützt von Kollegen von Airbus und Manitowoc hat die IG Metall am Dienstag die knapp 100 Beschäftigten der Firma AE Formen und Werkzeugbau in Roffhausen zum Warnstreik aufgerufen.
Die Firma ist Teil der AE Group AG mit rund 1500 Mitarbeitern an sechs Standorten in Deutschland. Hauptsitz der AG ist im thüringischen Gerstungen.
Vor acht Jahren wurde für den Standort Roffhausen ein Haustarifvertrag abgeschlossen. Eckpunkte waren u. a. die Anlehnung an den Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie, die 35-Stunden-Woche, 30 Tage Urlaub, zusätzliche Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Danach gab es jährliche Tarifverhandlungen über Löhne und Gehälter.
Laut Evelyn Gerdes von der IG Metall in Wilhelmshaven wurden angepasste Tarifabschlüsse getätigt, die auch die Situation des Unternehmens berücksichtigten. Das bedeutete, dass die AE-Mitarbeiter unter dem Verdienst der Fläche blieben.
Diese Verhandlungen seien seit März 2007 nicht mehr möglich, da die neue Unternehmensführung bislang nicht auf Forderungen der IG Metall reagiert habe, so Gerdes weiter. Statt Verhandlungen zu führen gehe das Unternehmen jetzt den Weg der Konfrontation. Trotz Tarifnachwirkung sei das Weihnachtsgeld nicht gezahlt worden – dieses werde am 8. Juli vom Arbeitsgericht Wilhelmshaven verhandelt.
Aufforderungen zu Tarifverhandlungen wurden ignoriert, daher hat die IG Metall für die Standorte in Roffhausen sowie Nentershausen und Gerstungen gemeinsame Tarifforderungen nach Abschluss eines gemeinsamen Anerkennungstarifvertrags gestellt und am Dienstag zu Verhandlungen aufgefordert. Weil sich die Arbeitgeber nicht gemeldet haben, kam der Aufruf der IG Metall zum Warnstreik.
„Wir wollen endlich gleiche Arbeitsbedingungen und gleiche Entlohnung in den Standorten, wir lassen uns nicht spalten“, sagte Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission der IG Metall, Georg Olbricht. Das Unternehmen habe den Weg der guten Zusammenarbeit verlassen. „Das ist Wortbruch und wir müssen darauf reagieren“, so Olbricht weiter. „Tarifverträge sind ein Garant für gute Arbeitsbedingungen und fürs Unternehmen ein Garant für motivierte und flexible Arbeitnehmer.“
IG Metall und Belegschaft forderten die AE Group und besonders die Geschäftsführung in Roffhausen auf, „endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren und nicht – wie bereits geschehen – Tarifverträge zu brechen“.
