ROFFHAUSEN - Hauptsitz der neuen Behörde ist Roffhausen. Die Geschäfte führt Veterinär Dr. Norbert Heising.
Von melanie Hanz
ROFFHAUSEN - Der Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser hat seine Arbeit aufgenommen. Gestern wurde er am neuen Standort im TCN in Roffhausen gegründet. Ziel der Kooperation über Kreisgrenzen hinweg sind geringere Kosten und eine effektivere Arbeitsweise – nicht zuletzt mit Blick auf die Tierseuchengefahr, die keine Kreisgrenzen kennt.Zum Vorsitzenden des interkommunalen Zusammenschlusses der Landkreise Wesermarsch, Friesland und Wittmund sowie der Stadt Wilhelmshaven wurde gestern Frieslands Landrat Sven Ambrosy gewählt, zu seinem Stellvertreter Henning Schultz, Landrat in Wittmund. Die Geschäfte der neuen Behörde mit 35 hauptamtlichen und weiteren 35 nebenberuflichen Mitarbeitern führt Veterinär Dr. Norbert Heising, vertreten wird er von Dr. Andreas Graf. Die Geschäftsstelle Brake mit acht Mitarbeitern leitet Veterinär Dr. Hans-Dieter Gahren, den Standort Wittmund mit sechs Mitarbeitern leitet Dr. Georg Ackermann.
„Das Personal ist gut, ich bin froh, dass wir es gemeinsam wagen wollen“, sagte gestern beim Festakt zur Gründung der frisch gebackene Geschäftsführer Heising mit Blick auf die große Fläche, die das neue Veterinäramt zu betreuen hat.
Er sei froh, dass auch die Landwirte von Beginn der Planungen an eindeutig Ja zum Zusammenschluss gesagt hätten, betonte Michael Höbrink, Landrat der Wesermarsch. „Sonst wäre der Zweckverband politisch nicht möglich gewesen“, sagte er.
„Es war eine schwierige Geburt aus Steißlage heraus – aber es ist ein schönes Kalb geworden“, brachte Landrat Henning Schultz den Weg bis zur Gründung des Zweckverbands auf den Punkt. Friesland und Wilhelmshaven hatten seit 1999 den Weg für gemeinsame Tierseuchenbekämpfung frei gemacht, im Jahr 2002 stieß Wittmund zum neu gegründeten Tierseuchen-Krisenzentrum hinzu. Zuletzt schloss sich auch der Landkreis Wesermarsch an.
Einen kritischen Blick auf die Hintergründe, die zur Gründung geführt haben, warf Klaus Wendeling, Ministerialdirigent des Landwirtschaftsministeriums: Angesichts einer „Normensintflut“ aus Brüssel seien Kommunen Getriebene, die versuchen müssten, den hohen Arbeitsaufwand zu bewältigen. Das Land Niedersachsen sei mit der Lösung Zweckverband allerdings äußerst zufrieden.
Frieslands Landrat Sven Ambrosy richtete den Blick nach vorn: „Wir wollen Maßstäbe setzen für die interkommunale Zusammenarbeit, die es in diesem Umfang in Niedersachsen noch nicht gibt“, betonte er.
