ROFFHAUSEN - Endgültges Aus für AE Formen- und Werkzeugbau auf dem TCN-Gelände in Roffhausen: Der Industriebetrieb, der seit der Loslösung vom Mutterkonzern unter dem Namen Formen- und Werkzeugbau Schortens (FWS) in Insolvenz rund zwei Jahre lang versucht hatte, Werk und Arbeitsplätze zu erhalten, schließt zum 31. Mai, nachdem die einstige Mutter die Aufträge zusammengestrichen hatte. Insolvenzverwalter Rolf Rombach, IG MetallSekretärin Evelyn Gerdes und Betriebsratsvorsitzender Georg Olbrich informierten die Belegschaft am Donnerstagmittag über die gescheiterten Rettungsversuche. Betroffen sind noch 48 Mitarbeiter.
„Nun muss mit einer Transfergesellschaft eine Lösung gefunden werden, damit die Beschäftigten nicht unmittelbar in die Arbeitslosigkeit gehen“, sagte Gerdes. Landkreis, Agentur für Arbeit und die Agentur für Struktur- und Personalentwicklung tragen die Gesellschaft, in der die FWS-ler für maximal vier Monate weiter qualifiziert und nach Möglichkeit weiter vermittelt werden, sagte Robach.
Das Werk, das als Zulieferer vor allem für die Automobilindustrie arbeitete, hatte kaum noch Aufträge. Daher sei letztlich auch ein möglicher Investor aus der Schweiz abgesprungen, der die FWS übernehmen wollte, hieß es. „Wir konnten dem Investor keine Sicherheit bieten, dass neue Aufträge kommen“, so Rombach. Nun werden noch restliche Aufträge abgearbeitet, dann ist Schluss.
Mit FWS verlassen die „letzten Olympianer“ das einstige Olympia-Werksgelände. „Heute ist ein schwerer Tag“, erklärte TCN-Geschäftsführer Holger Ansmann. AE beziehungsweise FWS sei der Ort, an dem bis zuletzt am deutlichsten die Historie des Standortes zum Vorschein kam.“ Nun gelte es, für fast 50 qualifizierte Facharbeiter eine Zukunftsperspektive zu finden. Die könne u. a. bei Premium Aerotec in Varel oder bei Manitowoc in Wilhelmshaven liegen.
Rombach zufolge sei der Maschinenpark bereits veräußert und der Erlös an die Sicherungsgläubigerin übertragen worden. Auch die Immobilie solle veräußert werden. Gleichwohl hoffen alle Beteiligten noch auf ein Wunder, auf einen Retter in letzter Minute: „Die Maschinen sind noch hier“, so der Insolvenzverwalter, ein möglicher Investor könne Werkshallen und Maschinenpark übernehmen.
Der Betriebsratsvorsitzende Olbrich bedauerte, dass all das Know how nun „in die Gegend gestreut“ werde und zu verfallen drohe. Er befürchte, dass sich eine Firma wie AE in Roffhausen, die in besseren Zeiten bis zu 20 Auszubildende hatte, in der Region nie wieder ansiedeln werde.
