ROFFHAUSEN - Kein Jubel, aber Durchatmen für die verbliebenen 51 Beschäftigten des seit Anfang Juni rechtlich auf sich allein gestellten Werkzeug- und Maschinenbauers „AE Formenbau“ im Technologie-Centrum Nordwest (TCN) in Roffhausen: Der Standort und die Aufträge sind zumindest für die nächsten drei Monate gesichert, Folgeaufträge der Ex-Konzernmutter AE Group seien zugesichert worden. Das erklärte Insolvenzverwalter Rolf Rombach am Mittwoch in Roffhausen.
Zuletzt 76 Beschäftigte
Von den zuletzt 76 Beschäftigten am Standort Roffhausen seien 15 Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft überführt worden. Mit der verbliebenen Mannschaft soll aus der Insolvenz heraus der Neustart versucht werden, so Rombach. „Wir haben eine wichtige Hürde genommen. aber wir haben noch ein gutes Dutzend Hürden vor uns.“ Nun komme es darauf an, Aufträge von außerhalb nach Roffhausen zu holen.
Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling sprach von einem „kleinen Erfolg“ und einem „Hoffnungsschimmer“ für die verbliebenen Mitarbeiter. TCN-Geschäftsführer Holger Ansmann brachte metaphorisch den Fußball ins Spiel: „Anfang April lagen wir 1:2 zurück. Nun ist der Ausgleich gefallen, jetzt geht es in die Verlängerung.“ Ziel müsse nun sein, eine solide unternehmerische Struktur zu schaffen und parallel dazu Investoren zu finden, die den Formen- und Werkzeugbau als ihr Kerngeschäft sehen.
Folge der Finanzkrise
Wie berichtet, hat der Autoteile-Zulieferer mit Hauptsitz in Thüringen und insgesamt 1400 Mitarbeitern in Deutschland, Polen und den USA Anfang April Insolvenz angemeldet. Der Umsatz war um 50 Prozent von 180 Millionen auf 90 Millionen Euro eingebrochen. Die Gruppe hatte bereits länger unter Liquiditätsproblemen gelitten, die Finanzkrise hat der Gruppe das Genick gebrochen. Die AE-Gruppe will die Zahl der Mitarbeiter um die Hälfte reduzieren. Roffhausen ist nun nicht mehr Teil der Gruppe, arbeitet aber weiter für AE.
„Schortens ist mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte Gewerkschaftssekretärin Evelyn Gerdes von der IG Metall. Alle an der Lösung beteiligten Akteure hätten ein gutes Ergebnis erzielt, die Arbeitsplätze in Roffhausen seien erst einmal gesichert. „Dennoch ist das bitter für die 15 Kollegen, die nicht mehr dabei sind“, so Gerdes. „Nun brauchen wir Aufträge aus der Region.“
