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Hobby Rolli Beton vertellt Anekdoten vom Bau

Jens Milde

Nordenham - Wenn man dem Sänger Mike Krüger glaubt, der die Geschichte von „Bodo mit dem Bagger“ vertont hat, oder der Gruppe Torfrock, die mit „Presslufthammer Bbbbernhard“ einen Hit landete, dann sind Menschen, die auf dem Bau arbeiten, eher schlichte Gemüter. Das stimmt so sicherlich nicht. Gleichwohl ist die Baustelle nicht nur eine der letzten Männerdomänen, sondern auch ein Ort, an dem der Umgangston etwas rauer ist als hinter dem Schalter einer Sparkasse.

Derbe und lustig

Die Baustelle ist eine Fundgrube für derb-lustige Geschichten, mit denen man in lockeren Stammtischrunden punkten kann. Das weiß auch Rolf Mohrfeld. Und der muss es wissen. Schließlich hat der 71-Jährige viele Jahrzehnte auf dem Bau gearbeitet. Jetzt hat der Nordenhamer damit begonnen, die kleinen Geschichten in plattdeutscher Sprache aufzuschreiben. Demnächst wird er als Rolli Beton – so sein Spitzname – die plattdeutsche Kolumne der NWZ  mit seinen Anekdoten bereichern.

Der gebürtige Braker hat in Nordenham eine Maurerlehre gemacht. Er schulte zum Betonbauer um, später zum technischen Bauzeichner. Er arbeitete als Disponent bei Felten & Guilleaume und zuletzt zwölf Jahre lang als selbstständiger Architekt. Viele Jahre lang war die Baustelle sein zweites Zuhause. Mitte der 70er-Jahre war Rolf Mohrfeld einer von drei Bauleitern, als das Krankenhaus an der Albert-Schweitzer-Straße errichtet wurde. Rolf Mohrfeld erinnert sich gerne daran zurück. In drei Jahren Bauzeit wurde das rondellförmige Gebäude errichtet. Aufgrund der speziellen Anforderungen, die der Bau eines Krankenhauses mit all seiner medizintechnischen Ausstattung mit sich bringt, war er auch für Rolf Mohrfeld ein besonderes Projekt.

Auf der Baustelle sind Fachleute gefragt. Das war früher nicht anders als heute. Rolf Mohrfeld hat aber den Eindruck, dass es auf dem Bau nicht mehr ganz so locker zugeht wie früher. Harte Arbeit und Gewissenhaftigkeit seien auch zu seiner Zeit wichtig gewesen. „Aber der Humor kam nie zu kurz. Auf dem Bau nimmt man sich auch gerne mal auf die Schippe.“

Rolf Mohrfeld gehört zu den Menschen, die erzählen können und denen man gerne zuhört. Er kann einen ganzen Saal zum Lachen bringen, wenn er aus dem Nähkästchen plaudert. Viele seiner Geschichten hat er auf der Baustelle erlebt. Aber die Erlebnisse, die Rolli Beton zu Papier bringt, spielen nicht nur zwischen Maurerkübel und Mischmaschine.


Skat und Fahrradfahren

Rolf Mohrfeld hat früher bei den Fußballern des TuS Einswarden im Tor gestanden. Er ist bis heute begeisterter Skatspieler beim Verein Waterkant. Und er fährt gerne Fahrrad. Jahr für Jahr unternimmt der fünffache Vater Touren. Einmal ging’s die Ostsee entlang bis nach Usedom. In diesem Jahr will Rolf Mohrfeld, der seit 47 Jahren verheiratet ist, zwölf Tage durch die Lüneburger Heide radeln.

Seit sieben Jahren ist Rolli Beton in Rente. Bekannte hatten ihn angesprochen, die Anekdoten aufzuschreiben, die er gerne im Freundeskreis erzählt. Rolf Mohrfeld machte sich an die Arbeit. Immer, wenn ihm etwas einfällt, macht er sich Notizen auf kleinen Zetteln und klebt sie an seine Bürotür. Und wenn er Zeit hat, setzt er sich an seinen Computer, kramt in seinem Gedächtnis und fängt an zu tippen. Eine Arbeit, die dem Unruheständler viel Spaß macht.

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