ROSTRUP - „Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ – Dieses Bild beschreibt das gegenwärtige System der schulischen Beratung, wie der Leiter der Berufsbildenden Schulen Ammerland, Reinhard Hardy, es sieht. Zwar gebe es viele – und auch gute – Beratungsangebote, so der Schulleiter. Egal ob bei den Eltern, an Schulen oder der Arbeitsagentur: Schülerinnen und Schüler könnten sich von vielen Seiten Rat holen. Das Problem sei allerdings, dass diese nicht miteinander verknüpft sind. Nicht wenige Jugendliche würden so angesichts der Informationsflut den Überblick verlieren.

Die Idee, in einem Beratungszentrum die Angebote zu koordinieren, war geboren. Nach intensiver Vorbereitung ist das Zentrum an der Virchowstraße in Rostrup jetzt fertig gestellt. Ein Team von Beratungslehrern, Sozialpädagogen und sonstigen Fachleuten steht fortan den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Die Ansiedlung bei der BBS ist sinnvoll, gehen doch fast drei von vier Ammerländer Jugendlichen hier zur Schule.

Neben der Beratung zur schulischen und beruflichen Entwicklung bietet das Zentrum auch eine Beratung im persönlich-sozialen Bereich an. Das Angebot umfasst deshalb unter anderem auch Beratungen zur Drogen- und Gewaltprävention sowie Gesundheitsförderung.

Das Beratungszentrum steht jedoch nicht nur den eigenen etwa 3200 Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit den Förder-, Haupt- und Realschulen im Kreisgebiet sei eine zentrale Aufgabe, betont Schulleiter Hardy. Die Jugendlichen sollen über die Angebote der BBS sowie über künftige Berufe informiert werden. An der BBS gibt es 14 verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten, von Verwaltung über Medizin bis zum Handwerk. Durch die Beratung solle erreicht werden, dass die Jugendliche sich auch für alternative Ausbildungswege interessieren, etwa im Gartenbau, erklärt Bernd Bruch, der für die Koordinierung der Angebote zuständig ist.

Um eine „Doppelberatung“ mit Eltern, Schulen und Arbeitsagentur zu vermeiden, hat das Beratungszentrum einen „Beratungs- und Kompetenzpass“ für die Schülerinnen und Schüler entwickelt. Dort werden alle bislang erhaltenen Beratungen sowie Einschätzungen über die persönlichen Stärken und Schwächen gebündelt. Der Pass soll damit auch als Bewerbungsmappe dienen.