Rostrup - Zwei Muttern, eine Schraube, fertig ist der Flaschenöffner: Gut – ein paar Arbeitsschritte müssen auch sein. Ob sie die beherrschen, mussten am Donnerstag 86 Auszubildende aus landwirtschaftlichen Betrieben in den Werkstätten der Berufsbildenden Schulen Ammerland beweisen. Sägen, entgraten, feilen, bohren und Gewinde schneiden standen auf dem Plan.
Am Ende musste der Öffner nicht nur funktionieren, die Prüfer überwachten auch die Arbeitsschritte und vor allem die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen. Schließlich können an der Standbohrmaschine durchaus mal scharfe Späne durch die Gegend fliegen. 45 Minuten hatten die Azubis für diese Aufgabe Zeit. „Das ist gut zu schaffen, einige schaffen auch zwei – wenn der erste nicht funktioniert hat“, sagte Karl-Heinz Brand, Lehrer an der BBS Ammerland.
Fachstufe I, 2. Ausbildungsjahr; Klasse 2 A : Sieger Tom Nobis, Lemwerder (78,4 Punkte), 2. Platz Jan Grannemann, Bissel (77,5 Punkte), 3. Platz Claudius Niedermeyer, Borgholzhausen (76,5 Punkte)
Klasse 2B: Sieger Timo Bannas, Edewecht (79,9 Punkte), 2. Platz Inka Fittje, Edewecht (77,5 Punkte), 3. Platz Niklas Janßen, Apen (76,15 Punkte)
Fachstufe II, 3. Ausbildungsjahr; Klasse 3A: Sieger Luka Schütte, Ganderkesee (86,3 Punkte), 2. Platz Hilko Ubben, Uplengen (81,1 Punkte), 3. Platz Daniel Behrends, Großefehn (79,8 Punkte)
Klasse 3B: Sieger Renke Weers, Uplengen (87,3 Punkte), 2. Platz Florian Bloy, Bad Zwischenahn (85,9 Punkte), 3. Platz Hannah Brankow, Uetze (85,75 Punkte)
Die Mädchen, besonders die im ersten Lehrjahr, täten sich in der Metallbearbeitung manchmal etwas schwerer, bemerkt Landwirt und Prüfer Andreas Brunn. Allerdings seien die weiblichen Azubis generell etwas gründlicher, schief angesetzte Gewindeschneider kommen bei ihnen seltener vor.
Der Bau des Flaschenöffners war Teil des Kreisentscheids im Landjugend-Berufswettbewerb 2019. Organisiert wird dieser Wettbewerb alle zwei Jahre vom Ammerländer Landvolkverband, fachlich wird er von der Landwirtschaftskammer und den Lehrkräften der Berufsbildenden Schulen begleitet.
23 praktizierende Ausbilder in der Landwirtschaft im Ammerland betreuten die verschiedenen Aufgabenbereiche. Zu denen gehörte auch noch eine weitere praktische Station – die Bestimmung. In kleinen Plastikschälchen auf langen Tischen fanden die Auszubildenden Proben. Saatgut, Futtermittel, Düngemittel und Werkzeug mussten erkannt und korrekt zugeordnet werden. Getestet wurde, zumindest beim Saatgut, mit allen Sinnen: Sehen, Riechen, Fühlen und Schmecken. Im theoretischen Teil standen Fragen zum Allgemeinwissen und fachspezifische Fragen sowie ein Vortrag auf dem Plan.
Auch für die Schüler, die sich vom Kreisentscheid nicht zum Gebietsentscheid vorarbeiten konnten, hat die Teilnahme Vorteile, sagt Annegret Ahlers vom Landvolk, besonders für die Teilnehmer aus dem dritten Lehrjahr, die kurz vor der Prüfung stehen und die sich hier gut auf diese Situation vorbereiten konnten.
Für die besten Auszubildenden geht es mit dem Gebietsentscheid am 12. März, ebenfalls an der BBS Ammerland weiter, es folgen der Landesentscheid am 29. und 30. März in Nienburg und schließlich der Bundesentscheid vom 2. bis 6. Juni in Hersching in Bayern.
Ein Video vom Wettbewerb sehen Sie unter
