ROSTRUP - Es kommt Bewegung in das Projekt „Nachfolgenutzung für das Gelände des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses Rostrup“. Drei Bewerber haben sich herauskristallisiert, die Interesse angemeldet haben, die Fläche am Meer touristisch zu nutzen.
Die Konzepte der Bewerber (siehe Info-Kasten) wurden in der Sitzung des Zwischenahner Planungs- und Umweltausschusses erstmals öffentlich vorgestellt. Das übernahm Diedrich Janssen von der NWP Planungsgesellschaft Oldenburg, von der die Gemeinde Bad Zwischenahn unterstützt wird. Zahlreiche Zuschauer folgten in der Aula der Berufsbildenden Schulen (BBS) gespannt seinen Ausführungen und der anschließenden Ausschussdiskussion. An der Sitzung nahmen auch Vertreter des Landkreises Ammerland, der Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die ein Mitspracherecht bei der Vergabe besitzt, teil.
Janssen erläuterte jedoch nicht nur die Pläne für das Areal direkt am Meer, sondern gab – wie gefordert – auch eine Bewertung der Konzepte ab. Die entscheidenden Kriterien für die Nachfolgenutzung des ehemaligen Krankenhausgeländes hatte der Zwischenahner Rat in einem „Eckwertepaier“ aufgelistet. Alle Konzepte wurden anhand der dort festgelegten Kriterien bewertet. Am besten schnitt das Konzept „Fenster zum Meer“ der Firma Bona ab.
Um eine Einschätzung der drei Bewerber war auch der Tourismus-Experte Dr. Edgar Kreilkamp von der Universität Lüneburg gebeten worden. Er hatte schriftlich mitgeteilt, Bedenken bezüglich des Reiterhof-Vorhabens der Firma Abalio zu hegen. Auch er würde Bona den Zuschlag geben.
Die im Ausschuss vertretenen Fraktionen wollten sich indes nicht voreilig festlegen. Für eine „abgespeckte Bona-Variante“ sprach sich stellvertretend für die SPD Karl-Heinz Hinrichs aus, sah aber „erhebliches Verbesserungspotenzial“ bei allen Bewerbern. Bei der Firma Schwebo würden zudem für eine umfassende Beurteilung wichtige Unterlagen fehlen. Im Namen seiner CDU-Fraktion lehnte Jochen Finke das Abalio-Konzept klar ab. „Eine Reithalle kann überall im Ammerland gebaut werden. Warum denn ausgerechnet hier?“, fragte er.
Am Mittwoch, 6. Oktober, ab 19.30 Uhr werden die Pläne in der BBS-Aula auch bei der Bürgerinformation vorgestellt.
drei eingereichten Konzepten soll die Entscheidung fallen:
„Fenster zum Meer“: Die Bona Verwaltungs- und Besitzergesellschaft mit Sitz in Bad Salzuflen plant ein Hotel im klassischen Seebäder-Stil, an Fleeten gelegene Ferienhäuser und ein Badehaus. Angedacht sind außerdem ein auf dem Wasser gelegener Konferenz-Pavillon, Hausboote und Fähranleger.
„Superior-Ressort“: Die Schwebo GmbH aus Brake will ein Hotel nebst Ferienhaus-Siedlung errichten. Besonderheiten: Marktplatz mit Einkaufsmöglichkeiten, Erlebnisschwimmbad und Golf-Anlage.
„MeerSinn“: Die Rasteder Abalio GmbH setzt allein auf Ferienhäuser. Neben den Kategorien „Villa“ und „Dorf“ sind ein Reiterhof und eine Saunalandschaft zentrale Bestandteile.
