ROSTRUP - ROSTRUP - Hinter einer noch jungen Eibenhecke hat Gartendesignerin Anke Mattern, Steyerberg, einen besonderen Gartenraum gestaltet. Mäandrierend ziehen sich die Wege durch das leicht hügelige Terrain und erschließen dem Besucher jeden Winkel des Gartens. Hier sind nicht nur die bekannten Staudenzüchtungen von Ernst Pagels nach einem besonderen Farbkonzept mit ihren Begleitpflanzen in Einklang gebracht. „Überall finden sich Versatzstücke in Anlehnung an Ernst Pagels," erklärt Anke Mattern. Gehölze seien zum Beispiel nach den Vorlieben von Pagels ausgewählt. Das in ammerschem Fachwerk gehaltene Gartenhaus böte einen Rastplatz, aber ließe auch in jede Richtung einen Blick auf die umgebende Natur zu. Gerade so wie es der berühmte Staudenzüchter zu Hause gern hatte. Dort in seinem Betrieb in Leer, den er nach britischer Kriegsgefangenschaft 1949 gegründet hatte. „Aus diesem Suchen und Finden, frei von allen materiellen Erwartungen, wurden neue Pflanzen erschaffen, die
unser Herz erfreuen können, wenn wir uns der Schönheit und dem Wunder der Pflanzen öffnen," ist ein Zitat, das Ernst Pagels zugeschrieben wird und das wie kein anderes den Charakter dieses Gärtners aus Passion umschreibt. Wie sein Vorbild und Lehrmeister Karl Förster sieht Pagels seine Arbeit als kulturelle Aufgabe, nicht als wirtschaftliche. Seine Produktionsweise war von Anfang an eng angelehnt an die biodynamische Wirtschaftsweise. Selbstversorgung mit Lebensmitteln sowie Recyclingwirtschaft mittels Kompost zu einer Zeit, in der dies noch nicht eine teilweise inflationäre Erscheinung war. Annähernd 100 Stauden umfasst das züchterische Lebenswerk des 1913 in Stockelsdorf geborenen Pagels. Zu den weltweit verbreiteten Arten zählen Selektionen des Chinaschilfs und des Steppensalbeis. Robustheit zeichnen seine Züchtungen aus, machen sie so zur pflegeleichten Bereicherung für ungeübte Gartenliebhaber.
