ROSTRUP - 250 Quadratmeter groß ist das Kleinod. Eine „multikulturelle Pflanzengemeinschaft“ ziert die Parzelle gegenüber der Parkgastronomie.

Von Bernahrd Kühne

ROSTRUP - So mancher Stammbesucher mag sich bei einem Besuch im Park der Gärten verwundert die Augen gerieben haben: „Dieser vielfältig gestaltete Garten war mir bislang nicht aufgefallen. Erst seit kurzem wird es ihn wohl noch nicht geben“, wird mancher gedacht haben.

Und richtig: Die trapezförmige Gartenparzelle – vis-à-vis der Parkgastronomie gelegen – kümmerte noch im Vorjahr fast unberührt und unbeachtet vor sich hin. Als schlichter Trittrasen erholte sich das grüne Fleckchen von seinem „Gartenschaudasein“ als großformatig beflaggte Baumschul-Werbefläche.

Bernd Gillerke, Gärtner aus Ganderkesee, hat sich der Anlage angenommen. Was dabei heraus kam, hat er schlicht „Gartenträume auf kleinem Raum“ genannt.

Eine Steinmauer gibt dem Garten von Außen Kontur und verleiht der dahinter gesetzten Pflanzengemeinschaft sicheren Boden unter den Wurzeln in leicht erhabenen Beeten. Durch drei Rosenbögen empfängt die grüne Oase auf 250 Quadratmetern ihre Besucher.


Sofort fällt die überbordende Pflanzenvielfalt auf. Hoch aufgeschossene Gehölze, wie Hänge-Mammutbaum, Rotbuche oder eine Kiefer markieren die Ränder. Dazwischen wechseln sich hochstämmige Kleingehölze und „Buschiges“ mit meist solitär stehenden Stauden ab.

Halbkreisförmige Wege geleiten die Besucher zu zwei malerischen Sitzecken. Eine ist durch das Dach eines Pavillons behütet, die andere schmiegt sich harmonisch aber „unbedacht“ in die Rabatten. In der Mitte beschreiben die Wege eine Freifläche, die als Zierrasen und kleiner Teich dem Inneren der Anlage Atmosphäre verleiht.

Am Teich treffen sich pflanzliche Exoten. Mit ausladender Krone zeigt beispielsweise eine Zwerhanpalme neben japanischem Fächerahorn Haltung. Eine Palmlilie wahrt derweil am Teichufer Distanz zur im Wasser wuchernden Seerose.

Fragt man den „Macher“, so erklärt sich diese fast „multikulturelle“ Pflanzengesellschaft „ganz von allein“: „Ich lasse mich bei meiner Arbeit von meinem Gefühl leiten,“ so Bernd Gillerke. Dabei gebe das vorhandene Terrain natürlich die Vorgaben. Doch heutzutage bildeten gerade die immer kleiner werdenden Grundstücke eine Herausforderung für kreative Gärtner, so Gillerke.

Er selbst habe sich zum Ziel gesetzt, mit pflanzlicher Vielfalt den „Wohnraum im Grünen fortzusetzen“ – und das zu jeder Jahreszeit möglichst attraktiv. So lege er besonders viel Augenmerk auf die Auswahl an Gehölzen „in Farbe und Form“, betont der Grün-Gestalter aus Ganderkesee. Und diese Vielfalt an „Ausgefallenem“ findet Gillerke nach eigenen Angaben, auch im Ammerland. Bis zu zwei Mal in der Woche besucht er mit seiner Frau Meike, die daheim den Pflanzenverkauf organisiert, ausgewählte Ammerländer Baumschulen und füllt die Bestände in Rostrup auf.

Gärtner Gillerke ist allerdings noch weit mehr mit dem Ammerland verwurzelt: Der gebürtige Ganderkeseer erwarb seinen Meister an der Berufsschule in Rostrup und außerdem stammt die Frau an seiner Seite, Meike Gillerke (eine geborene Behrens) aus Portsloge.