Neuenburg - In die Freude über die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Neuenburg mischen sich auch Missklänge. Drei Aspekte stehen im Vordergrund: das Pflaster des Geh- und Radweges an der Bundesstraße 437, die Schäden in den benachbarten Wohnstraßen und eine Bodenwelle in der neuen Fahrbahn der Urwaldstraße
„Das sieht ja aus, als wenn da Schnee drauf liegt“, sagte ein Neuenburger am Montag bei 20 Grad Celsius. Und er ist nicht der Einzige. „Der Eindruck ist verheerend.“ Damit meinte er den Bürgersteig an der Urwaldstraße vom Ortseingang Neuenburg bis zur Ortsmitte. Dieser erste Bauabschnitt ist saniert und neu gestaltet. Der zweite Bauabschnitt (Mühlenstraße) ist in Arbeit. Das rote Pflaster des Fuß- und Radwegs ist mehr oder weniger weiß.
Regen wichtig
Horst Klockether, Ingenieur beim Hersteller Röben Tonbaustoffe in Zetel, kennt das Phänomen und führt es vor allem auf das Salz zurück, mit dem die Anwohner im Winter den Bürgersteig gestreut haben. „Dieser Winter war extrem lang, besonders der März war kalt und trocken“, sagte Klockether. „Was wir jetzt brauchen, ist Regen.“ Dann würde mit der Zeit das Salz von selbst verschwinden. Bei einem neuen Klinker sei die Kapitalwirkung sehr groß, das würde sich legen. Es könne aber bis zu zwei Jahren dauern. „Je mehr auf dem Pflaster gegangen und gefahren wird, desto schneller verschwindet die weiße Färbung“, so Klockether. Dass der Klinker so weiß erscheine, könne auch am Mineralgemisch liegen, mit dem der Untergrund der Straße hergestellt wurde. Darin könnten auch Salzanteile enthalten sein, die durch die Saugwirkung der neuen Pflastersteine aus einem feuchten Boden gesogen wurden.
Diese Variante weisen aber sowohl der Bauleiter der Firma Bokelmann, Gerold Coners, als auch Zetels Bauamtsleiter Heinz Thormählen zurück. „Wir haben in Neuenburg ein übliches Mineralgemisch fachmännisch verwendet“, erklärte Coners. „Da passiert normalerweise nichts.“ Außerdem sei der Untergrund in Neuenburg trocken.
„Neue Klinkersteine blühen immer etwas aus“, weiß Thormählen aus Erfahrung. Werde ein Haus verklinkert, könne dieser Effekt auch beobachtet werden. In dem Falle würden die Klinker abgesäuert, das gehe aber bei eine Fuß- und Radweg wegen des Grundwassers nicht. In Varel in der Neuen Straße habe er in diesem Winter auch den Effekt weißer Pflastersteine beobachtet. Ursache sei sicherlich das Streuen der Gehwege. In Varel sei das Pflaster aber wieder rot, weil dort mehr Verkehr sei als in Neuenburg.
Eine Anwohnerin der Neuenburger Urwaldstraße berichtete der NWZ , sie habe versucht, die Klinkersteine mit Seifenlaufe und Schrubber zu reinigen – vergeblich.
Erst Ausbau der Kreuzung
Noch nicht beseitigt hat die Gemeinde Zetel die Schäden in den Nebenstraßen der B 437, die als Umleitung während des ersten Bauabschnitts dienten. „Die Schäden werden wir im Sommer reparieren“, so Thormählen. Der Bauhof kontrolliere die Straßen regelmäßig. Es sei keine Gefahr in Verzug. Die Tempo-30-Regelung gelte nach wie vor. „Wir wollen erst den Umbau der Hauptkreuzung in Neuenburg abwarten“, erklärte der Bauamtsleiter. Während der Umbauphase müssten wieder Umleitungsstrecken ausgewiesen werden. Und zweimal wolle die Gemeinde die Straßen nicht reparieren. Die Kosten würden sich übrigens der Bund und die Gemeinde teilen.
Was soll der Huckel da?
Ein weiteres Ärgernis für so manchen Neuenburger stellt eine Bodenwelle auf der Urwaldstraße dar. „Was ist das denn für ein Huckel?“, fragte eine Neuenburgerin. Wer mit dem Wagen in den Ort fährt, bekommt an der neuen Querungshilfe kurz vor der Einmündung Pestalozzistraße diese Huckel im Auto zu spüren. „Das ist eine neue Straße. Muss das denn sein?“
Bauamtsleiter Thormählen ist die Welle noch aufgefallen, will sich den Straßenabschnitt aber anschauen. „Die Straße ist Sache des Bundes“, verweist er auf die Zuständigkeiten. Doch am Ende der Sanierung gebe es üblicherweise ein Bauabnahme. Dann werde er, sollte sich die Stelle als Problem darstellen, darauf hinweisen.
