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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Energie: Rückenwind für Frauen

04.06.2011

OLDENBURG Stefanie Usbeck strahlt, wenn sie von Windfang spricht, ihrer Genossenschaft, oder besser: „Genossinnenschaft“, wie die Oldenburgerin sagt. Bei der Windfang eG machen nämlich nur Frauen mit. „Exklusiv“, sagt Stefanie Usbeck.

Windfang kauft und finanziert Windkraftanlagen. Der Strom wird direkt an einen Stadtwerke-Verbund verkauft. Bislang betreibt die Frauen-Energie-Gemeinschaft mit Geschäftsstelle in Oldenburg sieben Windkraftanlagen und eine Solarstromanlage. Sie produzieren damit 5,3 Kilowattstunden pro Jahr.

Aber das soll es nicht gewesen sein. Für dieses Jahr steht ein großes, „unser größtes“ Projekt an. In Hamburg-Francop in der Nähe des Airbus-Flughafens will Windfang ein neues Windrad errichten, das bis zu fünf Millionen Kilowattstunden im Jahr produziert.

Stefanie Usbeck erzählt stolz: „Damit verdoppeln wir unsere Strommenge fast. Die eine Anlage produziert zwei bis 2,5 Megawatt im Jahr. Zusätzlich kaufen wir drei ältere Windräder.“ Der Neubau soll noch in diesem Jahr ans Netz.

Auch das Kapital muss für die Finanzierung aufgestockt werden. Usbeck: „Auch hier ist das Ziel eine Verdopplung.“ Konnte jede Genossin bisher bis zu 15 Anlagen zu je 1500 Euro kaufen, sind es nun bis zu 30. „Jede Frau kann nun insgesamt 45 000 Euro investieren. Innerhalb von zwei Wochen haben wir unser Kapital so schon um 300 000 Euro aufstocken können.“ Auf insgesamt jetzt gut 1,2 Millionen Euro. Die Rest-Finanzierung der neuen Anlage läuft über die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Zum Zeitpunkt der Hauptversammlung im Mai hatten 221 Frauen 603 Anteile gezeichnet.

Mitmachen kann bei Windfang jede Frau. „Von der Kassiererin bis zur Ingenieurin sind alle Berufszweige in der Genossenschaft vertreten“, sagt die gebürtige Hamburgerin. Auch die Altersstruktur sei sehr gemischt. „Nach der Fuku-shima-Tragödie merken wir aber, dass sich immer mehr jüngere Frauen mit dem Thema Energie beschäftigen.“

Genau das war auch der Ansporn, als sich die Genossenschaft 1992 in Hamburg gründete. Frauen, die sich für das Thema interessieren, aber von den vielen Männern in der Technikbranche abgeschreckt sind, sollte eine Plattform gegeben werden. „Ende der 1980er Jahre waren Frauen durch die Tschernobyl-Katastrophe das erste Mal direkt mit dem Thema konfrontiert“, erzählt die Ingenieurin. „Sie haben die Auswirkungen direkt gespürt, hatten aber keinen Einfluss.“ Windfang wollte da etwas Positives gegenstellen: „Windkraftanlagen zu bauen zielt direkt auf das Problem.“

Die meisten Mitglieder kommen derzeit aus Hamburg, doch Usbeck wünscht sich noch mehr Frauen aus dem Nordwesten. „Die Rendite liegt bei drei bis acht Prozent. Es lohnt sich also auch wirtschaftlich“, meint Stefanie Usbeck.

Und bei Windfang ist sogar der Preis für die Anteile mit Bedacht gewählt worden. „Zu Beginn waren es 3000 Deutsche Mark, genau die Summe, mit der Windstrom für einen Haushalt über ein Jahr produziert werden konnte. Mit der Euroumstellung ist der Preis dann auf 1500 Euro festgelegt worden“, beschreibt die 47-Jährige.

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Bei der Verbreitung ihres Vorhabens setzt die Genossinnenschaft vor allem auf Multiplikatoren-Effekte. „Unsere Mitglieder empfehlen uns weiter.“

Unter den Frauen herrsche bei Treffen oder Gesprächen eine „nette Atmosphäre“. „Hier kann jede Fragen stellen, ohne dass sie Angst vor Zurückweisung haben muss.“ Und wenn doch mal ein Mann mitmachen möchte? „Dann fragen wir ihn höflich, ob seine Frau Interesse hat.“

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