Tettens - Das Projekt ist zwar für einige Jahre aus den Schlagzeilen verschwunden gewesen, aber aufgegeben hat Jens-Torsten Bausch seine ehrgeizigen Pläne noch lange nicht. Im Gegenteil: „Wir geben jetzt Vollgas“, sagt der Bremer Unternehmer. Dass wieder Schwung in sein Vorhaben kommt, auf der Festungsinsel Langlütjen II eine Hotel- und Ferienanlage zu errichten, hat zwei Gründe.
Bürgermeister trommelt
Das ist zum einen die Tatsache, dass Jens-Torsten Bausch wegen einer Erkrankung zwischenzeitlich kürzer treten musste und nun wieder mit frischer Energie an die Sache herangehen kann. Und das ist zum anderen das Trommeln des Nordenhamer Bürgermeisters Hans Francksen, der im gesamten Unterweserraum um Unterstützung für das Vorhaben wirbt und damit durchaus Erfolg hat.
„Hinter den Kulissen ist in den letzten zwei Jahren viel geschehen“, sagt Jens-Torsten Bausch, „es hat zahlreiche Gespräche gegeben.“ Doch der entscheidende Punkt ist nach wie vor die Genehmigungsfrage.
Das Problem besteht darin, dass Langlütjen II sich in einem Konflikt zwischen zwei Interessenlagen befindet. Als Baudenkmal von nationaler Bedeutung gilt das künstliche Eiland zwar unbedingt als erhaltenswert. Aber weil sich die Insel im Nationalpark Wattenmeer befindet, gelten für ihre Bebauung und Nutzung strenge Naturschutzauflagen.
Als Jens-Torsten Bausch 2006 die Festungsinsel der Bundesrepublik Deutschland abkaufte, war er sich darüber im Klaren, dass sich das Genehmigungsverfahren zu einer langwierigen Angelegenheit entwickeln kann. Eine Initialzündung erhoffte er sich von einem vielbeachteten Ideenwettbewerb, bei dem Architekturstudenten der Technischen Universität Braunschweig ihre Visionen von dem Insel-Hotel darstellten. Im Frühjahr 2010 wurden neun Modelle mit sehr unterschiedlichen, teilweise spektakulären Gestaltungssansätzen im Alten Rathaus ausgestellt. Die Euphorie aus dieser Pionierphase war aber bald abgeklungen, weil die behördlichen Genehmigungszwänge den Tatendrang ausbremsten.
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Zwischenzeitlich hatte Jens-Torsten Bausch rund eine Million Euro in die Absicherung der Insel und die Sanierung des stark beschädigten Uferdeckwerks investiert. Dass er irgendwann einmal dafür belohnt werden und mit seinem Inselprojekt Geld verdienen möchte, kann ihm niemand verdenken.
Einzigartige Attraktion
Der Eiland-Eigentümer und Projektentwickler hat nach wie vor die Absicht, aus Langlütjen II eine einzigartige Tourismusattraktion zu machen. Er will dort „Wissenschaft, Kultur und Entspannung“ zusammenführen. Kernstück seines Plans ist eine Hotelanlage, zu der auch Eigentumswohnungen gehören könnten. Darüber hinaus sollen Räume für Ausstellungen und Theateraufführungen entstehen. Auch eine Dokumentation zur Historie des alten Inselforts ist vorgesehen. Jens-Torsten Bausch rechnet mit Kosten in Höhe von mindestens 10 Millionen Euro. Sein ursprünglicher Terminplan sah vor, dass die Arbeiten im Jahr 2011 beginnen sollten. Das hat zwar nicht geklappt, aber nun ist er aufgrund der „positiven Signale aus der Politik“ zuversichtlich, dass es bald vorangeht.
