RüSSELSHEIM/ANTWERPEN - Der neue Opel-Chef greift knallhart durch: Der Sanierungskurs trifft zuerst die 2600 Beschäftigten des Opel-Werks in Antwerpen. Bis Mitte des Jahres will Nick Reilly die Autofabrik in Belgien dichtmachen. Die Schließung würde Druck von dem Opel-Werk in Bochum nehmen, in dem ebenfalls der Astra gebaut wird.

In Deutschland sollen im Zuge des Sparkurses etwa 4000 Arbeitsplätze abgebaut werden, in ganz Europa rund 8300, sagte Reilly am Donnerstag. Es gebe reichlich Überkapazitäten in Europa, die abgebaut werden müssten.

Die Entscheidung verursachte einen offenen Bruch zwischen Management und Betriebsrat. Man werde keinen Cent Arbeitnehmerbeiträge für die Schließung des Werkes leisten, erklärte der europäische Betriebsratschef Klaus Franz in Rüsselsheim. Er warf Reilly wirtschaftlich unsinniges Handeln und offenen Vertragsbruch vor.

Das Werk in Antwerpen stand bereits auf der Streichliste des Opel-Kaufinteressenten Magna, der später vom Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) abgelehnt wurde. Der neue Opel-Chef setzt mit der Schließung von Antwerpen seine Ankündigungen um. „Wir sind froh, dass der Standort Bochum gesichert bleibt“, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU).

Die Produktion in Antwerpen solle nun bis Mitte des Jahres auslaufen, ein genauer Termin stand zunächst nicht fest. Ein eigentlich für Antwerpen vorgesehener Klein-Geländewagen der Marke soll künftig wie der größere Antara bei General Motors in Korea produziert werden. Reilly begründete die Schließung mit der Überproduktion in Europa. Opel müsse seine Kapazität um 20 Prozent verringern. Antwerpen sei die „erste Etappe eines Sanierungsplans, der alle Werke betreffen wird“. Das Ende habe nichts zu tun mit der Leistung der Mitarbeiter.