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Ruhestand ist Fremdwort

Meinen heutigen Gesprächspartner Eckhard Eichhorn kannte ich bisher nicht persönlich. Ich hatte „nur“ in der Zeitung von ihm gelesen, unter anderem in dieser Woche bei der Unterschriftenaktion zur Erhaltung des Schlutterwaldes. Im kommenden Jahr wird Eckhard Eichhorn 70 Jahre alt und ich hatte während unseres Gespräches immer den Eindruck, dass er mit seinem bisherigen Leben sehr zufrieden ist.

Eckhard Eichhorn ist in Hannover als Eckhard Meyer geboren. Kurz nach seiner Geburt trennen sich die Eltern und seine Mutter Rotraut nahm wieder ihren Mädchennamen Schiele an. Rotraut und Sohn Eckhard ziehen 1944 (bis 1952) in ein kleines Dorf bei Hannover zu seiner „Omi“ und seinem „Opi“ Charlotte und Herbert Schiele. Rotraut Schiele bekam eine Stelle als Sekretärin in Hannover – und so zogen Mutter und Sohn wieder in die Landeshauptstadt. Rotraut Schiele schaffte es bis zur Chefsekretärin beim damaligen Landwirtschaftsminister Wilfried Hasselmann. Von 1955 bis zu seinem Abitur ging Eckhard Meyer in ein Internat in Wolfenbüttel. In diesem Internat war das „Wir“-Gefühl sehr ausgeprägt. ,,Einer für alle, alle für Einen” stand hier an oberster Stelle.

Eine Frage lag mir auf den Lippen: „Wie sind Sie zu dem Namen Eichhorn gekommen?“. „Ich hatte nie ein besonders gutes Verhältnis zu meinem Vater und so habe ich mit 20 Jahren den Mädchennamen meiner Omi angenommen.“

Nach dem Abitur stand eigentlich der Wehrdienst an. Da Eckhard Eichhorn sich aber immer schon für die Luftfahrt interessierte, bewarb er sich bei der Flugsicherung als Fluglotse – und wurde angenommen. Zur Bundeswehr braucht er dadurch nicht mehr.

,,Dirigenten der Lüfte”, so wird die tägliche Arbeit der Fluglotsen gern beschrieben. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Flugzeuge sich in der Luft und am Boden nicht zu nahe kommen. Insgesamt benötigte er vier Jahre, um alle Ausbildungsstufen zu erreichen. ,,Gab es auch einmal brenzlige Situationen?”, wollte ich gerne wissen. ,,Es gab schon Momente, die brenzlig waren, aber es ist nie etwas passiert”, versicherte er mir.


1974 wurde die Flugsicherung nach Bremen verlegt. Das bedeutete, dass Familie Eichhorn ihren Wohnsitz von Hannover in die Nähe von Bremen verlegen musste. Irgendwie kam man auf Ganderkesee. ,,Wir waren von diesem Ort gleich begeistert. Es gab für unsere Kinder alle Schulen, er war ländlich geprägt, und Ganderkesee hat eine gute Infrastruktur”. So baute sich die Familie Eichhorn zunächst in der Goethestraße ein Haus. Seit 1991 lebt sie in ihrem neuen Heim am Dobbenweg.

Die Familie Eichhorn besteht aus Ehefrau Dagmar, die er 1961 in Berlin kennengelernt und 1963 geheiratet hatte. Sohn Gunnar kam 1963, die Töchter Inga und Uta 1966 bzw. 1968 auf die Welt. Drei Enkelkinder machen die Familie komplett.

Aber nicht nur beruflich, auch privat hatte es ihm die Fliegerei angetan. ,,Alles was fliegt, ist schön”, so seine Devise. In den Siebzigerjahren machte er seinen Privatpilotenschein in Ganderkesee. Kurze Zeit später stieg er aber um auf Luftfahrer Das Fahren mit seinem eigenen Heißluftballon ist noch heute seine große Leidenschaft.

,,Es ist immer ein kleines Abenteuer. Nie weiß man, wo man landet. Es ist herrlich, von Mutter Erde abzuheben und in aller Ruhe die Natur von oben zu bewundern”, schwärmt Eckhard Eichhorn. In Kürze wird er nach Frankreich fahren und dort an einem Treffen mit über 500 Heißluftballons teilnehmen.

Seit 1985 fahren Dagmar und Eckhard Eichhorn mit dem Fahrrad durch Deutschland, aber auch in Holland und Dänemark waren sie schon. In einigen Tagen ist es wieder soweit, dann geht es n nach Magdeburg und zurück. Und im September wird traditionell in den Bergen gewandert.

1996 ist Eckhard Eichhorn beruflich in den Ruhestand getreten, aber Ruhe ist eher ein Fremdwort für ihn. Er hatte die Idee und so ist es ihm zu verdanken, dass mittlerweile 50 bemalte Ganter-Skulpturen auf verschiedenen Plätzen in Ganderkesee zu bewundern sind. Um dieses Projekt zu begleiten, wurde 2006 der gemeinnützige Verein ,,Ganter ART” gegründet, dessen 2. Vorsitzender er ist. Überschüsse werden sozialen Projekten zugeführt.

Die Umwelt liegt Eckhard Eichhorn besonders am Herzen. So war er 2002 Mitbegründer des ,,Fuhrenkamp Schutzvereins”. Dies ist ein Verein zum Schutz unter anderem des Bürstler Fuhrenkamps. ,,Mir und meiner Familie geht es gut, das ist nicht selbstverständlich. Daher möchte ich durch meine Aktivitäten auch etwas für die Allgemeinheit tun.”

Eckhard Eichhorn,

Mitbegründer von „Ganter ART“
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