RUHWARDEN - Das Fundament ist gelegt, am Sonnabend. 19. November, soll die aus drei Treppenstufen bestehende Skulptur gemauert werden. Sie wird vorerst das sichtbare Ergebnis des Projekts „Kunst fürs Dorf – Dörfer für die Kunst“ sein, das in Ruhwarden nach einem drohenden Scheitern doch noch eine überaus erfolgreiche Entwicklung genommen hat. Die soll im kommenden Jahr mit der Erstellung des eigentlichen Kunstwerks fortgesetzt werden.

Ruhwarden ist eines von fünf niedersächsischen Dörfern, die für die Teilnahme an dem Projekt 2011 der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft auserkoren wurden. Das Projekt verfolgt das Ziel, Künstler und Dorfbewohner in einen engen Dialog zu bringen und den als Teil eines Kunstwerkes zu begreifen. „Das ist uns jetzt hervorragend gelungen“, freuen sich die beiden Künstler Gabriele Konsor und Roland Eckelt vom Atelier Havelblick in Strodehne (Brandenburg) sowie die Ruhwarderin Lucie Meyer-Mönnich, stellvertretenden Vorsitzende des von der Gemeinde Butjadingen eingesetzten Arbeitskreises.

Die beiden Künstler aus dem Havelland sind erst seit dem 11. September in Ruhwarden. Sie ersetzten den Berliner Künstler Fritz Balthaus, der zunächst vom Arbeitskreis für das Projekt auserwählt worden war. Balthaus, der im April nach Ruhwarden kam, konnte sich mit den Ruhwardern aber nicht auf ein zu realisierendes Kunstwerk verständigen und stieg im Juli aus dem Projekt aus.

Weil das Projekt Ende des Jahres abgeschlossen sein muss, habe ihnen ein nur noch relativ kurzer Zeitraum zur Verfügung gestanden. Der sei von beiden Seiten aber intensiv genutzt wurden, berichteten Gabriele Konsor und Roland Eckelt. Sie loben die Ruhwarder nicht nur für ihre Aufgeschlossenheit ihnen gegenüber, sondern auch für ihre Unterstützung, für ihr Engagement und für ihre Mithilfe bei der Suche nach einem für den Ort geeigneten Kunstobjekt.

In vielen Gesprächen und bei zwei Informationsabend habe sich dann herauskristallisiert, dass der schützenden Deich das Wichtigste für die Ruhwarder ist. So geriet der Deich in den Fokus der beiden Künstler. Bei der Frage, wie Deich und Dorf in einem Bezug zueinander gebracht werden können, gelangten Gabriele Konsor und Roland Eckelt zu der Idee, die vorhandenen schmucklose Deichtreppen derart neu zu gestaltet, dass dort die Stufen der Hauseingänge der Ruhwarder Häuser kopiert werden.


Die Deichtreppe zum Kunstobjekt zu machen, damit konnten sich dann auch die Ruhwarder Bürger sehr schnell identifizieren. Dabei sollen die 52 Stufen der Deichtreppe um sieben Stufen ergänzt werden, so dass die Treppe dann zu einer Plattform führt, die sich in ein Meter Höhe über der jetzigen Deichkrone befindet. Damit soll der erwartete Anstieg des Meeresspiegel und die Notwendigkeit der Deicherhöhung symbolisiert werden.

Weil in den Wintermonaten nicht am Deich gebaut werden darf und auch weil die noch vorhandenen Gelder nicht mehr ausreichen, kann das Projekt erst im kommenden Jahr realisiert werden. Dass dies geschieht, dafür will der Arbeitskreis mit Hilfe von Sponsoren sorgen.

Weil aber die Künstler, deren Arbeit jetzt endet, ein sichtbares Ergebnis des Projektes hinterlassen sollen und möchten, wird nun eine dreistufige „Mustertreppen-Skulptur“ an der Ruhwarder Deichstraße errichtet. Das Fundament hat der Gemeindebauhof geschaffen, am Sonnabend beginnen die Arbeiten. Die Einweihung ist für den 3. Dezember geplant.