Oldenburg - Immer mehr Mittelständler – auch aus dem Nordwesten – machen Geschäfte mit russischen Partnern. Vermehrt werden dort über den Export hinaus eigene Tochtergesellschaften aufgebaut. Das wurde am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der Commerzbank in Oldenburg deutlich.

Eine eigene Niederlassung dort könne Vorteile im Land bringen, zumal es Teil der russischen Handelspolitik sei, die Importe möglichst zu reduzieren, erläuterte Gernot Kleckner, Chef von „Commerzbank Eurasija“, einer Commerzbank-Tochter mit 150 Mitarbeitern mit Sitz in Moskau. Deutsche Firmen seien mit Abstand die bereits größten ausländischen Investoren in dem Land und beim Handel die Nummer zwei hinter China.

Große Chancen böten unter anderem gigantische Infrastrukturprojekte in Russland, meinte Henning Carstens, der bei der Commerzbank im Gebiet Bremen den Bereich „Cash Management & International Business“ leitet. Daran könnten der Mittelständler partizipieren. Auch der Konsum hole auf.

Dr. Olga Oznobishina, bei der Commerzbank in Moskau für die internationalen Kunden zuständig, stellte sich mit einem „Moin moin“ vor – sie ist mit einem Mann aus Klein Scharrel (Ammerland) verheiratet, und sie schätzt bei Flügen zwischen Russland und Norddeutschland die „Oldenburger“ Butter an Bord. Ihr Rat für Exporteure: in Rubel fakturieren. Das sähen russische Partner gern, und sie wollten keine Risiken eingehen. Dafür sei eine Tochter vor Ort sinnvoll oder eine Bank, über die die internationalen Transfers liefen. Bei der Valutierung sei stets nur der tatsächliche Buchungstag möglich.