Hatten - Türen öffnen soll die Adventsserie der NWZ , Türen, hinter die man sonst nicht so einfach schauen kann. Die Männer vom Bauhof der Gemeinde Hatten haben allerdings gar keine Tür, die sie öffnen könnten – sie verbringen den größten Teil ihres Arbeitstages draußen – auch jetzt wenn es klirrend kalt ist. In diesen Monaten beginnt der Arbeitstag sogar oft früher als sonst.

Um 4.30 Uhr sieht Bauhofsleiter Hergen Schütte nach, ob er seine Männer hoch scheuchen muss oder ob er ihnen noch etwas Schlaf gönnen kann. Sind die Straßen glatt, müssen um 5 Uhr alle einsatzbereit sein, um die Straßen und Wege vor Schulen, Kindergärten und allen öffentlichen Einrichtungen zu räumen und zu streuen. Wenn in dieser Zeit kein weiterer Schnee fällt und die Straßen nicht wieder frieren, sind die Männer um 10 Uhr fertig und die Fahrzeuge sind gereinigt und wieder einsatzbereit. Und der nächste Einsatz kommt bestimmt. Jetzt ist die beste Jahreszeit, um Straßen und Wege freizuschneiden. Im Moment sind die Männer am alten Postweg in Dingstede beschäftigt. Eine Reihe von Pappeln wächst dort gefährlich nahe an eine Telefonleitung heran, die Wurzeln der Bäume beschädigen außerdem die Straße, und einige Bäume sind krank.

„Jetzt ist eigentlich die beste Zeit zum Sägen“, findet Bauhof-Mitarbeiter Rudolf Harms, und seine Kollegen stimmen zu. Die Arbeit ist anstrengend, die Schutzkleidung ist warm. Da sind Minusgrade genau richtig – jetzt macht die Arbeit mit der Motorsäge Spaß. Dünne Äste wandern in den Schredder – ebenfalls eine schweißtreibende Arbeit – die Stämme verkauft die Gemeinde als Brennholz.

Die Zahl der Abnehmer für Brennholz ist stark gestiegen, sagt Schütte. Die Liste, auf der sich die Kunden eintragen müssen, ist immer schnell voll. Wenn die Arbeit so früh beginnt, können die Männer auch schon um 14 Uhr Feierabend machen. Bis dahin müssen oft noch Löcher in Straßen geflickt und Fahrzeuge gewartet werden. Gesichert ist der freie Nachmittag auch nicht – Schnee und Eis auf den Straßen nehmen schließlich auf das Überstundenkonto keine Rücksicht.