SAGE-HAAST - Die Wirtschaftskrise geht an der Landwirtschaft nicht spurlos vorüber: Sinkende Erlöse und scharfe Konkurrenz um knappe Flächen machen der Branche zu schaffen, wie Kreislandwirt Jürgen Seeger im Rahmen der Freisprechungsfeier von Auszubildenden in der Haus- und der Landwirtschaft sagte. Um wieder „Appetit auf grüne Berufe“ zu wecken, wollten Verbandsvertreter in Schulen gehen oder Schüler und Lehrer auf die Höfe einladen, kündigte Seeger an.

Dr. Günter Kuhnt, Leiter der Bezirksstelle Oldenburg-Süd der Landwirtschaftskammer, bedauerte das sinkende Interesse an der Hauswirtschaft. „Dabei sind die Chancen exzellent.“ Im Bereich Oldenburg-Süd wurden in diesem Jahr 40 neue Ausbildungsverträge für den Beruf Landwirt abgeschlossen; 800 waren es insgesamt in Niedersachsen. Von 47 Ausbildungsbetrieben in der Region seien derzeit 30 aktiv dabei.

Elf Landwirtinnen und Landwirte wurden am Freitagabend im „Haaster Krug“ in Sage-Haast freigesprochen. Im Vorjahr waren es 18. Im Beisein zahlreicher Ehrengäste überreichten Seeger, Kuhnt und Karin Bellers, die Vorsitzende des Kreislandfrauenverbands, die Urkunden. 18 Frauen schlossen ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin gemäß Paragraf 45.2 BBiG ab. Im Namen der freigesprochenen Landwirte dankte Nils Rüdebusch (Kirchkimmen) Ausbildern und Betrieben für die Unterstützung in den zurückliegenden Monaten. Er berichtete auch von der Debatte mit seinem Zimmergenossen ums TV-Programm. „Montags waren wir uns einig: Da kommt ,Bauer sucht Frau’.“ Mit einem Notendurchschnitt von 1,47 gehörte Rüdebusch neben Jan-Heinrich Bührmann (Note 1,38) zu den Jahrgangsbesten.

In ihrer Festansprache appellierte Anne Hartmann, die Bundesvorsitzende der Deutschen Landjugend, an die Nachwuchskräfte, über den Tellerrand zu blicken. „Bleibt am Ball; nutzt Fortbildungsangebote“, so die 25-jährige Landwirtin aus Amelinghausen (Lüneburger Heide). Landwirt sei „der vielseitigste Beruf der Welt“. Der Nachwuchs solle seine Ideen weiter verfolgen. „Wir brauchen Euch“, betonte Hartmann. Ihre Mutter Ursula (geb. Wille) war in den 70er Jahren ebenfalls Bundesvorsitzende der Landjugend.