SAGE - „Boom bomm tschika“ hieß der Tanz, den Kinder der Peter-Lehmann-Schule unter der Erntekrone aufführten. Zuvor hatten sie auch kleine Gedichte vorgetragen. Das hat schon Tradition beim Ernteball des Sager Landvolks, zu dem Vorsitzender Stefan Seeger auf der bunt geschmückten Diele von Heino Küther viele Gäste begrüßte.
Seeger bedankte sich bei allen Mitwirkenden. Der Männergesangverein Eintracht Sage, der Frauenchor Bissel-Haast-Sage und die Jagdhornbläser umrahmten das Einbringen der Erntekrone durch Kinder und Erwachsene aus der Bauerschaft Bissel. Für Tanzmusik sorgte Diskjockey Eckhard Nappe.
Besonders begrüßte der Landvolkvorsitzende die stellvertretende Bürgermeisterin Petra Spille-Kloft sowie Landfrauenvorsitzende Elvi Gallus. Auch Bernhard Wolf, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, war zu Gast.
Wolf ging in seinem Festvortrag auf die aktuelle Situation der Landwirtschaft ein. „Die Landwirte sind wieder wer“, stellte Wolf fest. Die Agrarwirtschaft entwickele sich rasant und werde immer mehr zu einer Branche, die internationale mit qualitativ hochwertigen und geschätzten Produkten handele. Nach der Automobilindustrie sei die Landwirtschaft in Niedersachsen die wichtigste Wirtschaftssparte.
„Unsere weltwirtschaftlichen Verflechtungen haben zwischenzeitlich ein Ausmaß erreicht, das sich nicht mehr umkehren lässt“, meinte Wolf. Die aktuellen Marktmechanismen hätten allerdings Konsequenzen bis runter auf den einzelnen Betrieb. Wolf erinnerte an den Preissturz bei der Milch. Die Märkte würden hier schwierig bleiben. Am Fleischmarkt gebe es Hoffnung auf weitere Entspannung. Die Sauen- und Ferkelhalter bewegten sich auf schwierigem Terrain, nicht zuletzt durch hohe Futter- und Energiekosten. Der Geflügelmarkt hingegen entwickele sich gut.
Starke Marktschwankungen gab es beim Getreide. „Derartige Marktschwankungen werden wir in Zukunft bei steiger Nachfrage am Weltmarkt weiter haben – und letztendlich müssten sich die Betriebe in der Gesamtkalkulation darauf einstellen.
Landvolk: „Fläche ist knapp und nicht vermehrbar“
Die politischen Rahmenbedingungen
für die Landwirtschaft müssen stimmen, meint Landvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolf. „Fläche ist knapp und nicht vermehrbar“, sagte er in seinem Festvortrag in Sage.Das Landvolk
dränge deshalb zurzeit darauf, dass die Inanspruchnahme von Flächen im Rahmen von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen der Kommunen zurückgeführt werde.Es dürfe nicht mehr sein,
dass bei Ausweisung von fünf Hektar Wohn- oder Gewerbefläche zusätzlich noch weitere fünf Hektar aus der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung für den Naturausgleich herausgenommen würden, so Wolf. Hier müssten andere, geeignete Konzepte her.Mehr Bilder: www.NWZonline.de/fotogalerie-landkreis
