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Salafisten wollen sich ins Gespräch bringen

Özlem Yilmazer

FRAGE:

Wofür steht der Begriff Salafismus?

CEYLAN

: Das ist eine fundamentalistische Strömung, die sich am frühen Islam des 7. Jahrhunderts orientiert. Ihrer Auffassung nach ist es das Urmodell des Islam. Sie richten ihr Leben ganz nach dem Koran aus. Eine große Rolle spielen dabei Moral, soziale Gerechtigkeit und ein sehr traditionelles Bild von Mann und Frau. Dabei fassen sie den Koran wortwörtlich auf, es gibt keine symbolische Auslegung. Diese radikalen Gruppen beanspruchen für sich das Interpretationsmonopol für den Koran. Ihre Attraktivität für junge Menschen liegt in der Vereinfachung der Religion durch klare Verbote und Gebote. Man hat nach ihrem theologischen Verständnis zu leben, sonst kommt man nicht ins Paradies.

FRAGE:

Was ist über Salafisten in Deutschland bekannt?

CEYLAN

: Es gibt keine wissenschaftlichen Studien über Salafisten in Deutschland. Das ist ein großes Problem. Wir können nicht eindeutig sagen, warum sie vor allem Einfluss auf Jugendliche haben und welche Mechanismen dafür verantwortlich sind. Bekannt ist, dass sie Internetpredigten machen und Seminare in Islamkunde anbieten. Das allein reicht aber nicht aus, um ein Gesamtbild über sie zu ermitteln.

FRAGE:

Was bezwecken die Salafisten Ihrer Ansicht nach mit der kostenlosen Verteilung des Koran?

CEYLAN

: Das passt wunderbar zur Taktik von Fundamentalisten. Sie wollten Aufmerksamkeit, und dieses Ziel haben sie mit der Aktion auch erreicht. Jeder spricht jetzt über Salafisten. Ein weiteres Ziel ist das Knüpfen neuer Kontakte durch die Verteilung. Problematisch ist nicht an sich, dass sie den Koran verteilen. Das ist ja kein Dynamit – es ist die Heilige Schrift des Islam. Wichtig ist für sie, wer dahinter steckt und mit welcher Absicht die Korane verteilt werden. Hier geht es allein darum, zu missionieren. Aber die Salafisten sprechen nicht stellvertretend für den Islam. Man darf auf keinen Fall vergessen, dass die große Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime moderat und friedfertig ist.

Rauf Ceylan

ist Religionssoziologe und Lehrer an der Universität Osnabrück. Salafisten wollen in einer bundesweiten Aktion massenhaft Gratis-Korane an Nicht-Muslime verteilen. Sie gelten als radikal-islamisch.  @ Infos unter

http://www.irp.uni-osnabrueck.de

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