• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

VW steigt in Batteriezellen-Fertigung ein

24.09.2019

Salzgitter /Emden Alle reden von der Elektromobilität, beschwören ihren Durchbruch, weisen auf ihre Bedeutung angesichts der Klimaziele hin. Doch was hilft das, wenn Kunden zu wenige E-Autos bestellen und Hersteller verwundbar sind, weil sie Batteriezellen zukaufen müssen? Der VW-Konzern hat lange überlegt. Nun aber hat das Unternehmen in Salzgitter – bisher Sitz des Werks für Verbrennungsmotoren - eine Pilotfertigung für Zellen hochgezogen. Nun beginnt die Produktion.

Welche Pläne verfolgt
VW in Salzgitter genau
?

Die Pilotlinie soll den Weg für eine mögliche Eigenproduktion von Batteriezellen im großen Stil ebnen. Volkswagen will zunächst weitere Erfahrungen auf dem neuen Feld sammeln. Ein „Center of Excellence“ soll die interne Forschung vorantreiben, damit mittelfristig vielleicht auch große E-Fahrzeugserien ausgestattet werden können.

Der nächste Schritt ist für das kommende Jahr geplant. Dann will VW mit dem schwedischen Partner Northvolt in Salzgitter eine Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien bauen. Die Deutschen und die Schweden halten je die Hälfte der Anteile, VW investiert rund 900 Millionen Euro.

Hatte sich nicht auch Emden Hoffnung gemacht?

In der Tat. Dort gibt es viele Standortvorteile – das vorhandene VW-Werk und viel Ökostrom etwa. Man hofft auf eine weitere Standort-Runde für neue Batteriezellen-Fabriken.

Wie passt der Schritt
zur E-Auto-Strategie
?

Eigene Batteriezellen hätten für den größten Autokonzern der Welt eine enorme Bedeutung. Töchter wie Audi, Skoda, Seat oder Porsche könnten von der Kernmarke mit beliefert werden, wie das heute schon bei Motoren, Getrieben, Lenkungen und weiteren Teilen geschieht.

Das hätte Kostenvorteile für die ganze Gruppe. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte eine eigene Zellproduktion schon früher befürwortet. VW könnte selbstgefertigte Zellen zudem mittelfristig in der ID-Serie unterbringen. In die E-Auto-Familie steckt der Konzern Milliarden, das gesamte Werk Zwickau wurde dafür umgebaut. Laut Beschaffungsvorstand Stefan Sommer könnte auch bei der Feststoffzellen-Technologie „mehr als die Hälfte der Maschinen weiter genutzt werden“. Zunächst wolle man aber die Lithium-Ionen-Technik verbessern. Die Wertschöpfungskette solle CO2- neutral sein.

Warum ist das Thema für die Branche so wichtig?

Ziel sind eine größere Selbstständigkeit und weniger Einfluss für marktbeherrschende Zulieferer wie Samsung und LG (Südkorea) oder CATL (China). Vor allem CATL versuchte zuletzt, in Deutschland stärker Fuß zu fassen, in Thüringen entsteht ein riesiges Zellwerk.

VW-Konzernchef Herbert Diess sagte zum Start der Pilotlinie: „Volkswagen muss die Kompetenzen in der Batterie-Technologie deutlich ausweiten. Die Batterie bildet den Kern nachhaltiger Mobilität und ist ein wesentlicher Teil künftiger Wertschöpfung.“

Je entschlossener der Umstieg auf die E-Mobilität angegangen wird, desto sicherer dürften langfristig auch die Jobs in den Fabriken sein. Zwar wird das geringere Arbeitsvolumen für Elektromotoren dazu führen, dass Stellen in traditionellen Bereichen wegfallen. Mit Weiterbildung könnten viele Beschäftigte, so hofft die IG Metall, mit in die neue Welt wechseln. Osterloh: „Jetzt ist es entscheidend, die Transformation der Beschäftigten am Standort mit Qualifizierung und Weiterbildung intensiv zu begleiten. Hier ist das Unternehmen in der Pflicht.“

Wie ist die Lage beim Konkurrenten Daimler ?

Daimler hatte seinen Ausflug in die Zellproduktion im sächsischen Kamenz schon Ende 2015 eingestellt. Sie war zu teuer und nicht konkurrenzfähig mit den Billigzellen aus Asien. Im vorigen Jahr schloss Daimler Lieferverträge im Wert von 20 Mrd. Euro. Der Autobauer gibt vor, was die Zellen können sollen, und baut sie in seine Batterien ein.

Und wie sieht
es bei BMW aus
?

Die Münchner bauen die Batterien für ihre Hybrid- und E-Autos selbst, etwa im Werk Dingolfing. Die Zellen werden extern eingekauft. Das dürfte bis auf Weiteres auch so bleiben.

Was macht die Politik?

Es laufen mehrere Initiativen. Laut Wirtschaftsminister Altmaier (CDU) gelang es, zwei Großprojekte zur Batteriezellfertigung aufs Gleis zu setzen. Sein Ressort fördert den Aufbau einer Zellfertigung mit einer Milliarde Euro, um Wertschöpfung und Jobs zu erhalten und aufzubauen. In einem ersten Konsortium sind Opel, dessen Mutter PSA und der französische Batteriehersteller Saft vertreten.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2040
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.