SANDE/ACCUM - Drei Mühlen luden am Montag im Jeverland zum Mühlentag ein. In Neustadtgödens gewann der Bürgerverein Mariensiel die traditionelle Mühlenwette.

von Annette Kellin

und Oliver Braun

Die Segel und Jalousienklappen an den neuen Flügeln sind zwar noch nicht montiert – dennoch machte die mit Wimpeln geschmückte Mühle in Accum schon wieder eine gute Figur.

Zum Mühlentag am Pfingstmontag kamen auch in Accum etliche Hundert Besucher vorbeigeradelt – nicht nur zum Kaffeetrinken in der Mühlenscheune und zum Probieren des dampfend frischen Kuchens aus dem neuen Steinbackofen, sondern auch, um einmal Näheres über die historische Windmühle zu erfahren.


Und zu erzählen hatten die Mühlenwarte Dieter Cassens und Holger Krahe eine ganze Menge. Sie führten die Besucher auf den Mehlboden und die Galerie, erläuterten Technik und Bauweise der Windmühle und besonders die Wirkung der neuen Mühlenflügel.

Windmüller Karl-Edzard Heeren konnte sich unterdessen in Neustadtgödens noch so viel Mühle geben: Am Montagmorgen regte sich kein Lüftchen und so kam die Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld auch nicht in Gang. Deshalb siegten bei der traditionellen Mühlenwette die Mitglieder des Bürgervereins Mariensiel. Die hatten nämlich getippt, „de Möhl'n dreiht sick nich!“

Der Bürgerverein Mariensiel hatte sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, die Abordnung kam in Kostümen aus dem 19. Jahrhundert – die Zeit, in der die Mühle gerade ihren Dienst zur Entwässerung aufnahm.

Eigentlich hätten sie historische Badebekleidung bevorzugt, weil Mariensiel schließlich einmal Seebad gewesen sei, verrieten sie: „Doch die war nicht zu bekommen“. Der Bürgerverein Mariensiel trat gegen die Wasser- und Bodenverbände im Landkreis Friesland an, die getippt hatten, die Mühle würde sich drehen.

Auch bei der Mühle in Oberahm herrschte am Montag reges Treiben. Ein Staudenmarkt lockte viele Schnäppchenjäger an. Familie Albers, Eigentümer der Mühle, hatte den urigen Garten mit vielen lauschigen Sitzecken für die zahlreichen Besucher geöffnet.