SANDE - Der Bau des Bahndamms für die geplante Bahnumfahrung könnte Sande einen zweiten Sander See bescheren. Denn auch für die nach Bürgerprotesten überarbeitete Variante mit verkleinertem Damm werden noch rund 500 000 Kubikmeter Sand benötigt, erklärte Klaus Oltmann von der Gemeindeverwaltung am Montag im Bau- und Umweltausschuss.
„Der Sand muss ja irgendwo herkommen“, so Oltmann. Entweder er wird per Lkw von außen herangekarrt oder der Sand wird – ähnlich wie die Dammlage für den Bau der neuen B 210 in Ostiem – über eine Rohrleitung aus einer nahe gelegenen Entnahmestelle herangespült. Ob und gegebenenfalls woher man den Sand bekommen könnte, darüber sollen nun Bodenuntersuchungen Aufschluss geben.
Bernd Eickhoff, Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt in Sande, geht im Falle der Anlieferung über die Straße von einer monatelang größeren Verkehrsbelastung in Sande aus: „Das wären rund 50 000 Lkw-Ladungen.“ Die Ausschussmitglieder ließen bereits durchblicken, dass der Lkw-Verkehr vermieden und der Sand möglichst per Spülleitung zur Baustelle transportiert werden soll. Oltmann stellte zudem klar, dass ein zweiter Sander See kein Badesee werden wird. Der erste Sander See entstand in den 1980er Jahren in Folge des Autobahnbaus.
Oltmann zufolge soll die Finanzierungsvereinbarung für die Bahnumfahrung im Frühjahr 2012 in Sande unterzeichnet werden. Nun sollen die Ländereien der von der Bahnumgehung betroffen Grundeigentümer geordnet und das Flurbereinigungsverfahren eingeleitet werden, damit die Gemeinde möglichst ohne Klagen durch das bevorstehende Planfeststellungsverfahren kommt.
Planfestgestellt ist bereits der Umbau des Bahnübergangs Deichstraße in eine Bahnüberführung für den motorisierten Verkehr und in einen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer. Das Projekt ist mit 7,2 Millionen Euro veranschlagt. 600 000 Euro muss Sande beisteuern und zudem Zuschüsse von weiteren rund 1,8 Millionen vorfinanzieren. Baubeginn für die Bahnüberführung soll 2012 sein. Da im Bahnhof Sande derzeit etliche Gleise verlegt und umgebaut werden, könnte – um weitere Verzögerungen zu vermeiden – auch erst mit dem Kreisel-Bau beim Landhaus Tapken begonnen werden. In den Kreisel soll später die von der Deichstraße kommende Überführung münden.
