SANDE - SANDE/AKE - Martin Faqeri hatte es nicht leicht: Als Moderator einer Informationsveranstaltung der Bündnisgrünen zum Thema „Hauptstraße 1“ wollte der Vorsitzende mehr Sachlichkeit in die Diskussion bringen, die seit Anfang Dezember die Sander Gemüter bewegt. Doch auch wenn nur 14 Interessierte anwesend waren, kam es immer wieder zu hitzigem und polemischem Austausch.

Eigentlich werde das Ganze immer undurchsichtiger und verworrener, meinte ein Zuhörer. Faqeri stellte die Position der Grünen dar, aus deren Sicht es sich bei der derzeitigen defizitären Situation der Gemeindekasse schlichtweg verboten hätte, ein Haus zu erwerben, um es dann abzureißen (Kosten etwa 135 000 Euro), wenn gleichzeitig ein hiesiger Handwerker bereit gewesen wäre, dieses „Stück altes Sande“ zu erhalten. „Ich habe kein Verständnis für die Vorgehensweise der Gemeinde“, sagte Faqeri. Verwirrung herrsche auch über den Zustand des Hauses. „Was soll ich nun glauben? Die eine Seite sagt, es ist nicht sanierungsfähig, die andere Seite behauptet das Gegenteil?“, wunderte sich der Vorsitzende.

Auch Dachdeckermeister Holger Hechler, der Interesse an dem Haus gehabt hatte (die NWZ berichtete mehrfach) stellte seine Position dar. Ihn ärgere vor allem, dass von Seiten der Gemeinde kein persönliches Gespräch gesucht worden sei. „Wenn sie mit mir gesprochen hätten, hätte ich mich ja rausgehalten. Dann hätte die Gemeinde sogar bei der Versteigerung 20 000 Euro sparen können“, sagte er. Er benötige ein Objekt in exponierter Lage, zudem hätte die Sanierung so eines Hauses als Vorzeigeobjekt zusätzlich eine gute Werbung für ihn sein können.

Aus dem Rat waren lediglich Holger Mehrle (Grüne) und Monika Willenbücher (SPD) anwesend. Mehrle wollte auf Diskussionsinhalte und – nicht öffentlichen – Abstimmungen im Verwaltungsausschuss nicht eingehen. Auf die Frage eines Zuhörers, ob man den Betrieb Hechler vielleicht ganz aus Sande heraushaben wolle, sagte der Ratsherr, dass er dafür niemals Anzeichen entdeckt habe.

Doch bei allem Ärger gehe es jetzt darum, nach vorne zu blicken mit der Frage: „Was machen wir jetzt?“ Auch Martin Faqeri plädierte dafür, alle Gruppen an einen Tisch zu bringen und „eine neue Lösung“ zu finden.