SANDE - Rund 700 Meter lang ist die um die historische Hofstelle Altmarienhausen führende Graft. Zwei Graften sind es sogar: eine innere und eine äußere. Und beide wurden jahrelang sich selbst überlassen, entsprechend zugewachsen und verdreckt sind die Gewässer heute, jegliches Leben ist vom Schlamm erstickt worden. Mit verursacht wird dieser Prozess durch den Baumbestand, der die Graft von beiden Seiten umgibt.
Doch das soll sich nun ändern: Die mit schwerem Arbeitsgerät leichter zugängliche äußere Graft soll in diesem Jahr gereinigt und wieder ein Lebensraum für heimische Flora und Fauna werden. Das mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Friesland abgestimmte und mit Mitteln aus dem Sander Dorferneuerungsprogramm geförderte Vorhaben haben Vertreter von Naturschutzbehörde und Sander Gemeindeverwaltung jetzt vor Ort erläutert.
Demnach soll in den nächsten Tagen erst einmal mit dem Entfernen diverser Gehölze und Bäume und dem Rückschnitt überhängender Äste begonnen werden – diese Arbeit muss mit Rücksicht auf die Brutzeit der Vögel bis Ende Februar erledigt sein. Das eigentliche Reinigen der Graftanlage ist wegen der Bodenverhältnisse und der ringsherum liegenden landwirtschaftlichen Flächen vermutlich erst im August möglich – „ist dann aber nur eine Sache von maximal vier Wochen“, sagt Bernd Eickhoff von der Sander Bauverwaltung. In den Sommermonaten seien einerseits die nicht zu vermeidenden Schäden auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen nicht so groß und andererseits werde die Graft nicht so viel Wasser führen. Zudem könne der Aushub dann besser austrocknen, so dass letztlich weniger Inhalt verbleibt, der entsorgt werden muss. Dieser verbleibende Aushub soll dann auf landwirtschaftlichen Flächen aufgetragen werden.
Die Graft wird von rund 3000 Kubikmetern Schlamm, Dreck und Totholz befreit, dann sollen an drei oder vier überbauten Stellen neue 1,20 Meter große Rohrdurchlässe eingesetzt werden, so dass das Wasser ringsherum zirkulieren kann. Die an der breitesten Stelle knapp acht Meter breite Graft soll eine Wassertiefe von rund einem Meter erhalten.
„Wichtig ist zudem ein Gewässerschutzstreifen ringsherum, damit die Landwirte ihre Flächen nicht zu nah am Wasser güllen“, sagt Werner Hoffmann vom Naturschutzbund. Er freut sich, „dass die Natur hier 3000 Kubikmeter neuen Lebensraum zurückerhält“. Durch die Reinigung wird nicht nur die historische Substanz der Graftanlage in Altmarienhausen wieder hergestellt, sondern auch ein wesentlicher Beitrag zur Aufwertung und Wiederherstellung der ursprünglichen Funktionen aus Sicht des Naturschutzes geleistet.
