SANDE - Ob Bahnumfahrung, Dorferneuerung oder Lehrschwimmbecken – die Ansprache zum Neujahrsempfang von Sandes Bürgermeister Josef Wesselmann im voll besetzten Bürgerhaus Sande bot einiges an Wiederholungen, oder besser: Fortsetzungen. Viele Themen, die 2008 wichtig waren, waren es auch 2007 schon – und werden es auch im neuen Jahr sein.
Es hat sich einiges getan in Sande in den vergangenen zwölf Monaten. Zum Beispiel an der Klappbrücke am Ems-Jade-Kanal in Sanderbusch, die vier Jahre Baustelle war. Jetzt klappt die Klappbrücke endlich, die Anlieger freut’s.
Oder die Dorferneuerung. 2007 ins Programm aufgenommen und selbst im Vorjahr noch für viele Sander ein eher abstrakter Begriff, gewinnt das Vorhaben nun Konturen. Beim Neujahrsempfang in einem Jahr wird Wesselmann vermutlich schon Rückschau halten können auf erste abgeschlossene Projekte.
„Wichtige Entscheidungen sind 2008 auch mit der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans getroffen worden“, sagte Wesselmann. Sande werde sowohl neue Gewerbe- und Industrieflächen sowie im Süden Sandes auch neue Baulandflächen ausweisen. „Von der weltweiten Wirtschaftskrise ist in Sande glücklicherweise noch nicht allzu viel zu spüren gewesen“, so Wesselmann weiter, „doch das kann sich auch noch ändern“. Er hoffe auf Konjunkturprogramme der Bundesregierung und appellierte an die Arbeitgeber der Region, nicht vorschnell Fachkräfte freizusetzen und zu entlassen.
Trotz drohender Krise, aber vor allem wegen vieler Vorhaben in Sande, blicke die Gemeinde optimistisch auf 2009: So machen die Umgestaltung des Bahnübergangs Deichstraße und die Bahnumgehung Sande große Fortschritte. Erste Rohentwürfe zum Trassenverlauf würden vermutlich schon in einigen Wochen präsentiert. Denkbar sei auch, dass das Vorhaben im Zuge des Konjunkturprogramms eine zusätzliche Dynamik erhalte und die Bahnumfahrung zügiger gebaut werden könne.
Wesselmann sprach auch die IGS an, für die vor einem Jahr noch Sande als Standortgemeinde im Gespräch war und die nun doch in Schortens entstehen soll. Wesselmann hofft, dass mit der Weichenstellung für die Integrierte Gesamtschule Friesland die Haupt- und Realschule Sande eine Ganztagsschule werden wird.
Der Bürgermeister ging auch auf die Diskussion um die geplante Schließung des maroden Lehrschwimmbeckens ein und warb wegen vieler anderer kostspieligen Vorhaben um Verständnis für diese Entscheidung. Die Eröffnung der Paddel- und Pedalstation sowie erfolgreiche Großveranstaltungen einerseits, aber auch die Sorgen der Bürger in Neustadtgödens, denen die Post und die Apotheke abhanden zu geraten drohen, waren weitere Themen.
2009 werde u. a. geprägt sein von ersten Maßnahmen der Dorferneuerung, vom weiteren Ausbau touristischer Angebote, von mehr Familienfreundlichkeit und dem Lokalen Bündnis für Familie, so Wesselmann.
Als Gastredner schilderte der Geschäftsführer des Nordwest-Krankenhauses (NWK) Sanderbusch, Frank Germeroth, die Situation der Kliniken im Allgemeinen und die seines Krankenhauses im Besonderen. Besonders ging er dabei auf die Gesundheitspolitik und die Reform zur Krankenhausfinanzierung ein: Er kritisierte, dass Krankenhäuser als Kostenfaktor und nicht auch als Wirtschaftsfaktor gesehen würden. Immerhin zähle das NWK mit 750 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern Frieslands. Ein Bruchteil der von „unfähigen Bankmanagern“ verbrannten Milliarden hätte für eine angemessene finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser gesorgt.
