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Pflegeheim Sanderbusch Drei Therapie-Esel helfen Demenzerkrankten in Sande

SANDE - Wenn jemand eine Eselei begeht, dann macht er umgangssprachlich eine große Dummheit – die Eselei beim Pflegeheim Sanderbusch ist das Gegenteil davon, nämlich eine kluge Entscheidung und ein neues zukunftsweisendes Projekt im Umgang mit alten und pflegebedürftigen Menschen.

Pädagogisches Reiten

Drei Großesel – Argos, Belle und Venus – gehören in Sanderbusch nun quasi zu den Mitbewohnern und sind die neuen Lieblinge der Bewohner, Betreuer und Mitarbeiter. „Die Tiere sollen in Kürze in der tiergestützten Pädagogik und Gerontologie eingesetzt werden“, erklärt Einrichtungsleiter Thomas Kähler. In das pädagogische Reiten sollen auch die Bewohner des Wohnheims Am Markt in Sande und des Wohnheims Friedenstraße in Wilhelmshaven einbezogen werden.

Kähler wie auch Pflegedienstleiterin Marlene Melius und Jessica Wehrmann, die die pädagogische Arbeit mit den Tieren leiten wird, sind überzeugt davon, dass die Begegnung und der Umgang mit den Eseln besonders bei Demenzerkrankten positive „Erfahrungsressourcen neu erschließen kann“. Die Tiere sollen außerdem die Tagesstruktur der achtköpfigen Gartengruppe des Pflegeheims Sanderbusch aufwerten. Die Gruppe ist für die Versorgung der Tiere zuständig und hält die Fläche und den Stall in Ordnung.

Nicht zuletzt wird durch die Esel das Parkgelände stärker genutzt: Nicht nur von den eigenen Bewohnern, sondern auch von etlichen Besuchern oder Patienten des benachbarten Nordwest-Krankenhauses und etlichen Bürgern Sandes. „Der Inklusionsgedanke war ein wichtiger Punkt“, sagt Köhler, „wir haben mit den Eseln auch das Gemeinwesen zu uns geholt.“

Die Esel sind so genannte Poitou-Esel, eine seltene Rasse, die Kähler über einen Züchter am Steinhuder Meer sowie aus den Vogesen erhalten hat. Die Wahl auf diese Rasse fiel unter anderem deshalb, weil sich die Esel weder vom häufig an- und abfliegenden Rettungshubschrauber, noch vom Verkehr auf den in der Nähe verlaufenden Bahngleisen besonders gestört fühlen. Außerdem müssen die Esel, die bis zu 50 Jahre alt und 450 Kilogramm schwer werden können, auch kräftiger gebaute Menschen tragen können.


Eselzucht geplant

Tierische Begleiter in der Beschäftigungstherapie sind für Sanderbusch keineswegs neu: Schon bis in die 1980er Jahre hinein war dies in Sanderbusch üblich. Daran erinnerte sich Kähler, als er voriges Jahr auf einer Messe auf die tiergestützte Pädagogik stieß, dieses Element wiederbeleben wollte und das neue Projekt mit Hilfe der Stiftung Oldenburgischer Generalfonds und der Geschäftsführung des Pflegeheims anschob. Der Oldenburgische Generalfonds beteiligte sich mit einem Drittel an den Gesamtkosten von 27 000 Euro.

Bis zur Aufnahme der Tiere war auf dem Parkgelände allerhand zu tun. Die Gartengruppe unter Leitung von Ergotherapeut Frank Hüper und weitere Bewohner bereiteten das Gelände über drei Monate in einer Gemeinschaftsaktion vor, zäunte es ein und richtete einen offenen Stall her.

Nächstes Jahr wolle man mit der Eselzucht beginnen, sagt Kähler. Für Eseldame „Venus“ sei schon der geeignete Eselmann gefunden.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever
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