SANDE/SCHORTENS - Vor wenigen Monaten hatte Gisela Schlenkert noch befürchtet, der Rheumaliga in Sande werde die Grundlage entzogen. Sogar eine Unterschriftenaktion hatte es gegeben. Mit der Schließung des Lehrschwimmbeckens (die NWZ berichtete mehrfach), in dem auch die Rheumaliga mit der Wassergymnastik untergebracht war, sah die Leiterin des Verbandes ein überaus wichtiges Angebot sterben. Viele Mitglieder würden dann austreten, so ihre Befürchtung damals.
Das ist heute zum Glück vergessen. Damals hatte die Gemeinde Sande zugesagt, für alle Mitglieder, die an der Wassergymnastik teilnehmen, kostenlos einen Bustransfer zu organisieren. „Und die Gemeinde hat Wort gehalten“, freut sich Gisela Schlenkert. Doch darüber hinaus hätten auch alle Betroffenen mitgezogen.
Habe sie anfangs noch befürchtet, etliche könnten den Weg scheuen, so stellt sie jetzt fest, dass 56 „Schwimmer“ das Angebot wahrnehmen, sich im Aqua Toll im Whirlpool bei der Rutsche fit zu machen. Nur eine Frau sei abgesprungen, weil ihr das Wasser zu tief sei, sagt die Leiterin. Alle anderen sind sogar begeistert von dem Umzug, denn „das Wasser ist hier viel schöner“, es sei tiefer und wärmer als im Lehrschwimmbecken und damit angenehmer. Und die Atmosphäre sei natürlich auch netter, weniger steril, erklären die Mitglieder.
Karl-Heinz Buhr, Physiotherapeut aus Jever unterstreicht die Bedeutung der Wassergymnastik. Weil der Körper im Wasser viel leichter sei und somit eine große Entlastung stattfinde, könnten Menschen mit rheumatischen Beschwerden hier vieles an Bewegungen ausführen, was sonst nicht mehr möglich sei. Und gerade regelmäßige Bewegung sorge dafür, dass Schmerzen gelindert würden und die Krankheit nicht allzu schnell fortschreite.
Die Rheumaliga Sande ist nun mit drei Gruppen regelmäßig im Schortenser Schwimmbad. Eine Gruppe trainiert am frühen Sonnabendmorgen, damit auch Berufstätige dabei sein können. Einziger Wermutstropfen sei, dass man nun nicht nur in den Sommerferien sondern auch in den Oster- und Herbstferien pausieren müsse.
Gisela Schlenkert und ihre Mitstreiter freuen sich aber vor allem, dass sich alle anfänglichen Sorgen als unbegründet erwiesen und „die Gemeinde Sande nicht nur schöne Worte gemacht hat, sondern auch Taten folgen ließ“.
