Sande - Keine Informationen am Bahnsteig, kein Personal, überlastete Infrastruktur: der Fahrgastverband ProBahn Ems-Jade befürchtet, dass auch der an diesem Dienstag offiziell startenden Umbau des Bahnhofs Sande für Reisende und Pendler keine echten Verbesserungen bringt: „Nur geringe Verspätungen bringen bei einer 30-Minuten-Taktfrequenz den Betrieb im Bahnhof Sande schon mal kräftig durcheinander. Fahrgäste, die dort täglich umsteigen müssen, können da­von ein trauriges Lied singen“, kritisiert Jens-Uwe Carstens, stv. ProBahn-Vorsitzender und Berufspendler zwischen Varel und Wittmund.

So blieben erst am Freitag, 23. August, Fahrgäste in Sande stehen, weil der Anschlusszug nicht gewartet hat. „Chaotische Zustände“, sagt Carstens: „Die Laufbandanzeige fürs Durchgangsgleis 3 ist seit einigen Wochen ausgefallen. Durchsagen vom Fahrdienstleiter gibt es in Sande nicht.“

Die RB 59 aus Esens – planmäßig 13.40 Uhr in Sande – hatte sieben Minuten Verspätung. Bei Einfahrt in den Bahnhof Sande kam zwar die Durchsage, dass auf Gleis 3 die RE 18 nach Osnabrück fährt – doch der Zug fuhr davon, bevor jemand umsteigen konnte. Es gab lautstarken Unmut, berichtet Carstens.

Einzige verlässliche Auskunft über Zugverspätungen sei die Anzeige im oberen Teil des Fahrkartenautomaten – „doch die wird permanent durch Werbeeinblendung der Nordwest-Bahn gestört“. Als die Zuginformation dann mal sichtbar gewesen sie, erfuhren die Fahrgäste, dass die weggefahrene RE 18 gar nicht der planmäßige Anschluss war, sondern der 30 Minuten verspätete Zug um 13.16 Uhr.

„Als dieser Zug ausgefahren war, erhielt die RE 19, planmäßig 13.41 Uhr, Einfahrt auf Gleis 3 – der Zug hatte schon längere Zeit vor dem Einfahrtssignal gewartet“, berichtet Carstens: Bis alle Aus- und Umsteiger den vollen Zug verlassen hatten, hatte auch der zehn Minuten Verspätung. „Und erst danach kam mit 13 Minuten Verspätung die RE 18 Richtung Oldenburg/Osnabrück an den Bahnsteig gefahren. Die RB 59, planmäßige Abfahrt um 13.46 Uhr nach Wilhelmshaven, stand zu diesem Zeitpunkt immer noch auf Gleis 2 und wartete auf Ausfahrt.

Für ProBahn ist unverständlich, warum am Bahnsteig nicht informiert wird, was gerade geschieht. „Darüber und über verärgerte Fahrgäste wird beim Spatenstich sicherlich kein Festredner ein Wort verlieren“, meint auch Vorsitzender Hans-Joachim Zschiesche.