SANDE - Große Aufregung unter den Kaufleuten entlang der Sander Hauptstraße: Die befürchten, dass beim Umbau des Verkehrknotenpunktes Sander Hauptstraße/ L 815 (Oldenburger Damm) die Kreuzung für den Straßenverkehr komplett gesperrt und die Sander Hauptstraße über Monate zur Sackgasse wird. Baubeginn für den Umbau der so genannten scharfen Ecke in einen ellipsenförmigen Großkreisel soll nach Behördenangaben in der kommenden Woche sein.

„Bei den Planungen hat niemand an die vielen Geschäfte gedacht“, beschwert sich der Vorsitzende des örtlichen Wirtschaftsförderungsvereins, Albert Folkens. Die Geschäfte an der Hauptstraße lebten ganz besonders von den Verkehrsströmen und auch vom Durchgangsverkehr aus den Nachbarorten.

Auf Einschränkungen und Verkehrsbehinderungen habe man sich ja eingestellt, das ließe sich bei einem Verkehrsprojekt solchen Ausmaßes auch kaum vermeiden, so der Sprecher des örtlichen Handels und Gewerbes. „Wir befürchten hohe Umsatzeinbußen, falls die Kreuzung während der Umbauzeit vollständig gesperrt wird.“ Folkens kenne Kaufleute, die nun um ihre Existenz bangen.

Zuständig für den Bau des schon „Sander Ei“ getauften Kreisels ist das Straßenbauamt in Aurich, vor Ort leitet Werner Lührs von der Straßenmeisterei Jever das Projekt. „Wir haben uns erst vor wenigen Tagen mit allen Beteiligten zusammengesetzt und nach der besten Lösung gesucht“, sagt Lührs. Ein Bau in Abschnitten mit halbseitiger Sperrung erschien problematisch, da viele Versorgungsleitungen neu verlegt werden müssen und die Arbeiten auf diese Weise deutlich langsamer vorankämen.

Daher erschien es sinnvoller, die zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin erforderliche Vollsperrung der Baustelle von Anfang an einzurichten: „So können alle zügiger arbeiten und wir sind schneller fertig“, sagt Lührs.


Vor allem für die Bürger Sandes bedeutet das in nächster Zeit: Umwege. Und das nicht zu knapp, denn vor allem der Weg zum Bahnhof sowie von und nach Cäciliengroden führt aus Sande kommend vermutlich bis Oktober oder November entweder über einen Schlenker Richtung Neustadtgödens und den Twister-Kreisel oder aus Richtung Roffhausen kommend über die K 312 und durch den Elektronikring.

Bernd Eickhoff vom Bauamt der Gemeinde Sande bedauert die Unannehmlichkeiten, betont aber: „Das ist nicht unsere Baustelle.“ Werner Lührs kündigte an, dass zumindest für Rettungsfahrzeuge und den Busverkehr eine Notspur über die scharfe Ecke eingerichtet wird.

Wie berichtet, steht die als Unfallschwerpunkt im Kreis Friesland geltende Kreuzung seit Jahren auf der Liste zum Umbau in einen ovalen Großkreisel. Die Baukosten dafür werden auf rund 465 000 Euro beziffert.