SANDERBUSCH - Wer an Rheuma leidet, der hat zumeist einen „ziehenden, reißenden Schmerz“ in den Gelenken. Doch Rheuma hat viele Gesichter, die Beschwerden können ganz unterschiedlich sein und beschränken sich zudem nicht allein auf den Bewegungsapparat mit Gelenken, Knochen, Muskeln und Sehnen, sagt Dr. Peter Bichmann, Chefarzt am Nordwest-Krankenhaus (NWK) in Sanderbusch. Mittlerweile seien etwa 450 verschiedene rheumatoide Erkrankungen bekannt.
Rheuma ist vor allem auch eine Erkrankung von Bindegewebsstrukturen und so können bei einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung fast alle Organe im Körper beteiligt sein. Neben der genetischen Veranlagung spielten auch Umweltfaktoren beim Rheuma eine große Rolle.
Die Fortschritte und neuen Behandlungsmöglichkeiten in der Rheumatologie sind nun auch Thema des „Forum Sanderbusch“, mit dem das Nordwest-Krankenhaus an diesem Sonnabend, 26. Januar, Ärzte und Patienten informieren will. In zwei getrennten Veranstaltungen werden vormittags von 9.15 bis 13 Uhr zunächst die Mediziner in den Hörsaal des NWK eingeladen, nachmittags von 14.30 bis 16.30 Uhr können sich Patienten und alle an Gesundheitsthemen Interessierte über die Fortschritte in der Rheumatologie informieren. Dabei nehmen die Organisatoren auf die unterschiedlichen Interessen beider Zielgruppen Rücksicht, sagt Mayet.
Eigentlicher Anlass für diesen Informationstag ist die Schaffung eines von Dr. Peter Bichmann geleiteten Spezialbereichs für Rheumaorthopädie in Sanderbusch. Bereits seit vielen Jahren würden Patienten internistisch-rheumatologisch am NWK behandelt. Nun komplettiere die Möglichkeit der operativen Versorgung rheumakranker Patienten das umfangreiche Angebot des Hauses, so Mayet.
Der weiterer Grund für die Veranstaltung ist die Bedeutung der Krankheit Rheuma für die Gesellschaft – nach Angaben der Deutschen Rheumaliga sind etwa 15 Prozent der Deutschen betroffen. Besonders Patienten mit Autoimmunkrankheiten kämen zur rheumatologisch-immunologischen Behandlung von weit her, weil Sanderbusch wegen der fachlichen Kompetenz und technischen Ausrüstung eines der wenigen rheumatologischen Akut-Krankenhäuser in Deutschland ist.
Im Zentrum des Infonachmittags für die Patienten stehen diesmal neue Behandlungskonzepte. Experten werden Fragen beantworten wie: „Kann man damit Rheuma heilen?“, „Wie komme ich als Betroffener zu den neuen Medikamenten?“ und „Können Operationen helfen?“. In den Pausen zeigen die Krankengymnastinnen Britta Keithahn und Sandra Zuchgan von der Nordwest-Physio-Praxis am NWK aber auch, was jeder selbst für seine Gelenke tun kann, um länger gesund zu bleiben.
