Sanderbusch - „Die Arbeit im Garten wird langsamer“, sagt Gerhard Schusky aus Sanderbusch. Er feiert am heutigen Donnerstag seinen 95. Geburtstag. Viel Bewegung an der frischen Luft war stets sein Rezept, um fit zu bleiben. Der große Garten war und ist sein „Fitnessstudio“.

Auch heute noch baut er in seinem Garten Kartoffeln, Bohnen und Möhren an – mittlerweile aber mit Unterstützung. Großes Interesse hat Gerhard Schusky auch an politischen Themen, die Diskussion um den Wolf hat er interessiert verfolgt. „So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben, mir tun die Schafe leid, die gerissen werden“, sagt er.

Gerhard Schusky stammt aus Jessen im Kreis Insterburg in Ostpreußen. Dort hatten seine Eltern eine Landwirtschaft, auch er arbeitet dort. 38 Hektar bewirtschaftete die Familie, „aber vor dem Wolf brauchte sich niemand zu fürchten“, sagt er.

Mit 17 Jahren wurde er als Soldat zum Krieg eingezogen, er war mit 19 Jahren Unteroffizier und sagt, dass er „die Hölle erlebt“ habe. Bei Kriegsende war er als Verwundeter ins Lazarett in Lübeck eingeliefert worden. Nach der Genesung kam Schusky in die Nähe von Bunde an der holländischen Grenze und arbeitete dort wieder in der Landwirtschaft. „Zu Hause 38 Hektar und hier ein Bauernknecht“, sagt er nachdenklich.

Er wollte im Leben wieder etwas erreichen, deshalb zog es ihn Richtung Wilhelmshaven. Er fand Arbeit bei den Olympia-Werken, wo er 30 Jahre lang beschäftigt war. In Mariensiel lernte er seine Erika beim Tanz im Lokal Gerdes kennen. 1950 heirateten die beiden und er freut sich, dass sie heute immer noch ein Paar sind. Bereits 1953 konnten die Schuskys in das Haus in Sanderbusch einziehen, in dem sie heute noch zuhause sind. In Eigenleistung wurde immer wieder an- oder umgebaut, um den Bedürfnissen der Familie gerecht zu werden. Zwei Kinder, zwei Enkel und zwei Urenkel gehören zur Familie, in deren Kreis der Geburtstag gefeiert wird.