SANDERBUSCH - Deutliche Erleichterungen für Patienten mit Nierenerkrankungen: Das Nordwest-Krankenhaus (NWK) Sanderbusch hat mit der zum Jahresbeginn 2008 eröffneten neuen Dialyse-Praxis neben der radiologischen und kardiologischen Praxis bereits die dritte Praxis am Haus.

Bereits seit einigen Jahren gibt es in der rheumatologisch-immunologischen Behandlung schon eine Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Innere Medizin in Sanderbusch und den Kollegen der Nephrologischen Gemeinschaftspraxis Dr. Sabine Biernat und Manfred Küster in Varel. Jetzt haben die beiden Vareler Mediziner die Dialyseabteilung des NWK in Form einer Zweigpraxis übernommen. Auf diese Weise soll die Zusammenarbeit zwischen dem Nordwest-Krankenhaus und den beiden Vareler Spezialisten konsequent ausgebaut werden

Hintergrund für diese Konstruktion ist der vor zwei Jahren geänderte Abrechnungsmodus für die in einem Krankenhaus vorgenommene Dialyse. Sie ist für die Krankenkassen teurer als eine ambulant in einer Arztpraxis durchgeführte Blutwäsche. „Diese Mehrkosten belasteten indirekt auch unser Haus“, sagte NWK-Geschäftsführer Frank Germeroth bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Hinzu komme, dass moderne Versorgungsstrukturen in der Medizin heutzutage zunehmend eine enge Verzahnung zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen forderten.

19 hochmodern ausgestattete Behandlungsplätze bieten Dialysepatienten in Sanderbusch nun jede Form der Blutwäsche mit der künstlichen Niere. Der große Vorteil für die ambulanten Patienten: „Sie werden wohnortnah behandelt, haben kurze Fahrzeiten und gleichzeitig die höchstmögliche Sicherheit und umfassende Versorgung eines modernen Krankenhauses“, so Germeroth.

Ergänzt werden die Leistungen und Kompetenzen der Gemeinschaftspraxis durch die Abteilung Nephrologie im Zentrum für Innere Medizin. Mit ihr könne das NWK ein Alleinstellungsmerkmal in der Region vorweisen, sagt der Ärztliche Direktor Werner-Johannes Mayet.


Besonders Patienten mit Autoimmunkrankheiten kämen von weit her, weil das NWK wegen der Möglichkeit zur stationären Dialyse eines der wenigen rheumatologischen Akut-Krankenhäuser in Deutschland ist. Die nephrologische Praxis bietet hier neue Therapiekonzepte an, die dem Bedarf großer Krankenhäuser entsprechen, wie etwa der Austausch von Blutplasma. Wichtig sei außerdem die enge Anbindung der Nephrologischen Gemeinschaftspraxis an die interdisziplinäre Intensivstation und an das Traumazentrum, denn vor allem bei schweren Unfällen müsse eine stationäre Dialyse reibungslos funktionieren, erklärt Mayet.

Durch eine Reihe von Krankheiten kann es dazu kommen, dass die Entgiftung und Entwässerung des Körpers durch die Nieren ganz oder teilweise gestört ist. Die Folge: Nierenversagen. Bis vor wenigen Jahrzehnten bedeutete diese Diagnose den sicheren Tod. Heute kann nierenkranken Menschen durch eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) geholfen werden, so Sabine Biernat. Dreimal wöchentlich muss jeder Patient für rund vier Stunden an die Maschine, in der das gesamte Blut von Schadstoffen gereinigt wird.

Diese Verfahren als regelmäßige Therapie sind bei Menschen mit schwerer Nierenerkrankung von lebenswichtiger Bedeutung. Erst nach einer Nierentransplantation kann eine Dialyse beendet werden.