SANDHATTEN - Anbau und Vertrieb von ökologisch verträglichen Lebensmitteln in Verbindung mit einer sozialen Aufgabe, dafür stehen Cäcilia Gerber und der Hof Schohusen in Sandhatten seit Jahren. Jetzt sollen die beiden Aspekte, die die ausgebildete Sozialpädagogin miteinander verknüpft hat, ausgeweitet werden.
Seit 1997 verkauft Gerber das von Landwirt Anton Kastenholz auf dem Hof angebaute Bioland-Gemüse in ihrer „Abokiste“ mit Bio-Lebensmitteln. 2006 eröffnete sie zusätzlich den Hofladen auf dem Hof Schohusen. Der hat sich inzwischen etabliert, eine treue Stammkundschaft hat sich entwickelt, die den Hofladen auch als Treffpunkt nutzt. „Hier wird nicht nur eingekauft sondern auch gemeinsam Kaffee getrunken und geklönt“, erzählt Gerber.
Das ist künftig öfter möglich als bisher. Der Hofladen ist neben Freitag (15 bis 18 Uhr) und Sonnabend (9 bis 13 Uhr) auch am Dienstag (von 10 bis 18 Uhr) geöffnet. Gerber und ihre Mitarbeiter wollen damit auch einen Teil der Lücke schließen, die in Sandhatten entstehen wird, wenn der Hofladen von Fred Eickhorst zum Ende des Jahres schließt (NWZ
berichtete).Angeboten werden auch weiterhin hauptsächlich Lebensmittel, die entweder auf dem Hof Schohusen oder auf Höfen in der Umgebung nach den strengen Bioland-Kriterien angebaut werden. Fleisch kommt beispielsweise zum großen Teil von den Kamerunschafen von Gertrud und Gottfried Hennes. Ware, die nicht in der Umgebung zu bekommen ist, sucht Gerber ebenfalls nach Herkunft und Anbaumethode aus.
Aber auch der zweite Teilaspekt auf dem Hof Schohusen, Cäcila Gerbers Projekt „Lebenskultur“, wächst. In Kooperation mit der Gemeinnützigen GmbH Norle (Normales Leben), bietet Gerber dort seit einigen Jahren bietet Gerber seit einigen Jahren Betätigungsmöglichkeiten für Menschen, die sich nach Krisensituationen wieder stabilisieren möchten.
Das Angebot richte sich, speziell an Menschen, die in ganz kleinen Schritten wieder aktiv werden wollen. Sie können sich auf dem Hof beispielsweise um ein eigenes Beet kümmern und sich in verschiedenen Arbeitsprozessen ausprobieren, erklärt Cäcila Gerber.
Diesen Ansatz will sie auch in Kirchhatten verfolgen, wo sie ebenfalls in Kooperation mit der Norle das Hotel Ansgari am Marktplatz wieder mit Leben erfüllen möchte. (
NWZ
berichtete). Bioladen, Café und Hotelbetrieb soll es dort künftig geben. Getragen wird der Betrieb von einem festen Team, aber auch hier sollen Menschen sich betätigen können, die wie Cäcila Gerber sagt, die ihre eigenen Stärken wieder entdecken möchten.Kooperationen mit dem benachbarten Klimazentrum gibt es ebenfalls. Jeden 1. Dienstag im Monat trifft sich von 16 bis 18 Uhr hier die Gruppe Kamelion, ebenfalls für Menschen in Krisensituationen gedacht, die sich hier über verschiedene Lebensthemen austauschen können. An jedem letzten Dienstag im Monat trifft sich Gerber, ebenfalls von 16 bis 18 Uhr, im Klimazentrum mit einer Gruppe, die sich mit der Gentechnik auseinander setzt.
