SANDHATTEN - Nach 35 Jahren endet zum Jahresende in Sandhatten die Geschichte des Hof Eickhorst als Direktvermarkter. Angefangen mit Erdbeeren zum Selbstpflücken wurde das Angebot immer mehr erweitert. Seit 30 Jahren gibt es den Hofladen, in dem neben Obst und Gemüse zeitweise fast ein Lebensmittel-Vollsortiment verkauft wurde.
Der 23. Dezember wird der letzte Öffnungstag des Hofladens sein, bis dahin ist weiter täglich frische Ware im Angebot und das vorhandene Sortiment wird ausverkauft. Zum 31. 12. werden dann beide Betriebe des Hof Eickhorst, Hofladen und Anbaubetrieb, offiziell schließen.
Bratkartoffeln aus der Tüte
„Mit meinen 46 Jahren kann ich noch was neues anfangen“, begründet Fred Eickhorst seine Entscheidung, den Hof jetzt aufzugeben. Die Bedingungen für Direktvermarkter seien in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden. „Die Leute frieren viel weniger ein oder kochen selbst Marmelade, selbst die Bratkartoffeln kommen oft aus der Tüte“, sagt er. Die Verarbeitung und das Kochen delegierten die meisten Menschen an die Industrie.
Diesen Schwierigkeiten hätte man wie in den vergangenen Jahren auch weiter begegnen können, meint Eickhorst – aber nur unter einem großen Verlust an Lebensqualität. Den wollte der 46-jährige nicht hinnehmen. „Vor sechs und sieben Jahren hatte ich zwei Bandscheibenvorfälle, bin nur noch am Stock gegangen. Jetzt geht es mir gesundheitlich zwar besser als vorher, aber das erfordert viel Sport und Disziplin.“ Durch die Krankheit habe sich seine Lebenseinstellung geändert, erklärt er.
Investitionsbedarf steigt
Weil Eickhorst seit der Krankheit keine neuen Kulturen mehr gepflanzt und auch den Hofladen nicht mehr modernisiert hat, wäre neben den laufenden Kosten auch ein hoher Investitionsbedarf auf den Betrieb zugekommen. Der richtige Moment also, um abzuspringen.
Entgegen anderslautender Gerüchte habe die Entscheidung nichts damit zu tun, dass der Sohn der Familie, Frank Eickhorst (24), den Hof später nicht übernehmen wolle. „Wenn das der Grund wäre, könnten wir ja problemlos noch einige Jahre weiter machen. Im Gegenteil, er würde den Hof sehr gerne übernehmen und kann das vielleicht später auch“, sagt Fred Eickhorst.
Der Hof bleibt im Familienbesitz, das gesamte Land und eine Halle hat Eickhorst bereits an einen Nachbarn verpachtet. „Ein Mischbetrieb, der verschiedene Kulturen anbauen wird“, wie Eickhorst sagt. Wie genau es für ihn beruflich weiter geht, weiß der Landwirt noch nicht. „Es wird nicht dafür reichen, nur hier zu sitzen und das Vermögen zu verwalten“, scherzt er. Seine Frau Antje (46) will weiter im Bereich Verkauf arbeiten und auch Fred Eickhorst hat nicht vor, die Hände in den Schoß zu legen.
Sicher ist allerdings, jede neue Arbeitsstelle muss von Sandhatten aus erreichbar sein. Den Ort und das gemeinsam mit den Eltern von Fred Eickhorst bewohnte Haus auf dem Hof will das Ehepaar nicht verlassen.
