Sandhatten - Zu einer informativen und interessanten Feldrundfahrt hatte der Ortslandvolkverband Hatten kürzlich eingeladen. Der Vorsitzende Jürgen Rüdebusch begrüßte auf dem Hof von Heidi und Hans-Hermann Oltmann über 80 Teilnehmer, darunter auch Bürgermeister Christian Pundt, und zog mit einigen kritischen Worten auch eine vorläufige Bilanz über die zurückliegenden Monate dieses Halbjahres.
So kam der Regen zu Pfingsten gerade noch rechtzeitig, weil erste Trockenschäden beim Getreide auf den leichten Böden schon sichtbar wurden. Er beklagte, dass die Landwirtschaft als Hauptschuldiger genannt würde, wenn über Klimaschutz und den Rückgang der Artenvielfalt diskutiert wird.
Als Beitrag der Menschen würde der Verzicht auf den Fleischkonsum genannt. Dies würde jedoch nur ein Zwölftel der Kohlenstoffmenge ausmachen, die ein Flug von Hannover nach Gran Canaria verursachen würde.
Ebenso kritisierte der Landvolkvorsitzende die seiner Meinung nach falsche Behauptung, ein Maisfeld sei genau so artenarm wie ein Parkplatz, denn im Mais würden bis zu 1000 Arten von Gliederfüßlern leben.
Auf der Rundfahrt wurde eine Wallhecken-Pflegemaßnahme in Kirchhatten besucht. Wallhecken sind ein historischer Bestandteil der oldenburgischen Landschaft, erklärte Jürgen Rüdebusch.
Damit sie ihre volle ökologische Funktion erfüllen können, müssen sie alle 10 Jahre „auf den Stock“ gesetzt werden und bieten Insekten und Kleinsäugern Nahrung, Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten.
Landwirt Adolf Oltmann informierte über die Renaturierung der Hunteschleifen in Sandhatten und Markus Brackhahn berichtete über den Bau einer Schutzhütte durch die Landjugend in Sandhatten.
Anschließend traf man sich zum Ausklang und Gedankenaustausch in der Diele des Oltmann-Hofes am Mühlenbergsweg in Sandhatten.
