SANDKRUG - Ob Stiefelbänke oder Regale – von Günter Matros’ handwerklichem Geschick profitiert der Kindergarten bereits seit 20 Jahren unentgeltlich. Seine Frau hilft ihm.
Von Stephan Onnen
SANDKRUG - Wenn Günter Matros zuhause ist, kommt er an seiner Tischlerwerkstatt nicht vorbei: „Nach Holz wird man süchtig“, sagt der 72-jährige Sandkruger. Besonders der Geruch von Fichte hat es ihm angetan. Bei der Arbeit mit Hobelmaschine und Kreissäge ist der gelernte Bautischler in seinem Element – und schon seit 20 Jahren profitiert davon der evangelische Kindergarten an der Roseggerstraße.Gemeinsam mit seiner Frau Christa erfüllt Günter Matros der Kindertagesstätte beinahe jeden Wunsch, wenn es um die Ausstattung mit Holzgegenständen geht. „Was möglich ist, wird gemacht“, lautet das Matros-Motto. Werkbänke für die Kindergarten-Werkstatt, Staffeleien und Bildertrockner für das Atelier, Stiefelbänke, Regale und Trennwände hat er schon unentgeltlich für die kleinen Nutzer gefertigt – fast überall im Kindergarten sind die Ergebnisse seiner außergewöhnlichen handwerklichen Fähigkeiten zu sehen.
Christa Matros unterstützt ihren Ehemann – die 66-Jährige hat sich die Technik im Laufe der Jahre bei ihrem Mann abgeguckt. Beide sind sich einig, dass die Arbeit sie „jung und geistig fit hält“. Aufgrund seiner guten Verbindungen kommt Günter Matros günstig an Materialien. Kassenbons lässt man im Hause Matros aber gerne einmal „verschwinden“, sagt Ehefrau Christa augenzwinkernd. Nur bei größeren Beträgen, was selten vorkommt, wird die Kirchenkasse bemüht.
Schon Günter Matros’ Vater hatte sich ehrenamtlich für den Kindergarten engagiert: Seit 1977 reparierte er alles, was anfiel, und begann damit, auch neue Sachen zu bauen. Günter Matros trat in die Fußstapfen seines Vaters, als dieser 1985 starb. Heute besucht seine vierjährige Enkeltochter Carina den evangelischen Kindergarten. Wann immer sich Leiterin Gunda Köhrmann mit Musterkatalogen und Zeichnungen an den 72-Jährigen wendet, kann sie sich sicher sein, dass die Holzarbeiten ein paar Tage später zur Abholung bereit stehen.
Grund genug, für den Kindergarten und die evangelische Kirchengemeinde, dem Ehepaar Matros zu danken. „Was Sie für uns leisten, ist einfach großartig“, lobten Gunda Köhrmann und Pastor Lars Dede das Wirken von Günter und Christa Matros. Als Dankeschön sang ihnen jetzt der Kindergarten-Chor fröhliche Lieder. Außerdem haben die Kinder mit ihren Erzieherinnen einen Heißluftballon aus Pappmaché gebastelt – in der Gondel befanden sich zwei Gutscheine für Fahrten mit „Phönix Ballooning“. „Wir wissen, dass Sie beide gerne in die Luft gehen“, sagte Gunda Köhrmann in Anspielung auf die Flugleidenschaft des Ehepaares, das bereits Fallschirmsprünge absolviert hat und auch vor Kunstflug nicht zurückschreckt. Bei den Gutscheinen ist „Phönix Ballooning“ dem Kindergarten preislich entgegengekommen.
Als nächstes stehen beim Kindergarten Materialkästen und eine Torwand auf der Wunschliste. Günter und Christa Matros werden sich nicht lange bitten lassen. „Ich hoffe, dass wir noch lange so weitermachen können“, sagt Günter Matros.
