SANDKRUG - Seit 25 Jahren unterstützt die Ev. Kirchengemeinde Sandkrug Gesundheitsprojekte in Nepal. Begonnen hat alles 1985 mit einem vierjährigen Einsatz von Cordula Rau in einem Hospital der Christoffel-Blinden-Mission in Lahan. Zeitgleich beschloss der Gemeindekirchenrat, die Erlöse des Weihnachtsbasars dem Projekt zur Verfügung zu stellen.

Seit der Gründung der Eine-Welt-Gruppe Wardenburg, bei der auch Cordula Raus Vater Adolf ein Mann der ersten Stunde war, wurden auch noch weitere Projekte initiiert. Der 25. Geburtstag der Nepal-Hilfe war für Adolf Rau und seine 18-jährige Enkelin Janka Anlass, nach einigen Jahren wieder eine Reise nach Nepal zu unternehmen, obwohl es im Terai, in der Tiefebene des Ganges im Grenzgebiet zu Indien, wo die Hilfsprojekte angesiedelt sind, immer wieder zu Sicherheitsproblemen kommt.

Der persönliche Kontakt zu den Helfern vor Ort soll aufrecht erhalten werden, erklärt Adolf Rau, der außerdem eine Bestandsaufnahme der Projekte machen wollte. Insgesamt sechs Stationen besuchten beide. Teilweise mit dem Flugzeug, aber auch mit Autos und Motorrädern bewältigten Adolf und Janka Rau vom 13. März bis 1. April rund 1000 Kilometer Strecke und besuchten sechs Projekte.

In einer Schule in Itahari konnten sie sich davon überzeugen, dass zwei Solarspiegel, die Hitze zum Kochen produzieren, seit 1999 Unmengen von Holz für den Lehmofen eingespart haben. Einer der Spiegel ist allerdings defekt, beide sollen wenn möglich auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.

In Siraha wird seit 1994 ein Gehörlosenzentrum mit Schule und Internat unterstützt. „In vier bis fünf Jahren, soll dort eine selbsttragende Einrichtung entstanden sein“, wünscht sich Adolf Rau.


Bereits jetzt gibt es einen Gemüsegarten. Eine Biogasanlage, die natürlich nicht mit Mais oder Getreide betrieben wird, soll entstehen und die Anschaffung von drei Milchkühen, Solartechnik und Bewässerungskanäle ist für den Herbst geplant.

Auch in Lahan, wo alles angefangen hat und wo Kristina und Dr. Albrecht Henning seit 27 Jahren das Hospital im Auftrag der Blindenmission betreiben, schauten Rau und seine Enkelin vorbei. Von dort brachten sie auch die erfreuliche Nachricht mit, dass Kristina und Albrecht Henning am 29. März das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde. Diese Ehrung hatte Adolf Rau stellvertretend für die Sandkruger und Wardenburger Nepal Hilfe bereits 2006 erhalten. Zu Recht, wie Pastor Hansjörg Hochartz findet: „Auch wenn es offiziell die Kirchengemeinde ist, Familie Rau ist der Dreh- und Angelpunkt der Nepal-Hilfe.“