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Sandkruger Ortskern Langzeitproblem mit Tiefgang

Sandkrug - Großer, langer Bauzaun, dahinter verbarrikadierte Fenster und ein Dach in langsamer Auflösung. In Sandkrug ist der „Sandkrug“, die traditionsreiche Gaststätte, der der Ort seinen Namen zu verdanken hat, seit vielen Jahren dem Verfall preisgegeben. 15 Jahre steht das Gebäude nun schon leer.

Nach zwölf Jahren und endlosen Verhandlungen kaufte die VR Bank Oldenburg Land West das Objekt von der in Oldenburg lebenden Eigentümerfamilie. Das war Ende des Jahres 2016. Über vier Jahre später hat sich die Lage immer noch nicht verbessert.

An mangelnden Plänen für das Areal liegt es nicht, dass sich bislang nichts getan hat. Die GSG Bau- und Wohngesellschaft hatte schon früher konkrete Pläne für das Grundstück gegenüber dem Bahnhof vorgelegt – inklusive einer Tiefgarage unter dem Neubau. Die VR Bank präsentierte nach dem Kauf im Mai 2017 ihre Vorstellungen, wie aus dem Schandfleck im Ort ein Juwel entstehen soll – ohne Tiefgarage. Drei Gebäude und 45 Parkplätze, die einen Großteil des 3000 m² großen Grundstücks versiegeln, das stieß damals und stößt auch heute auf entschiedene Ablehnung bei Anwohnern und den Hatter Ratsfraktionen.

Stellplätze werden teurer

Eine Lösung, die bereits im Juni 2017 im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt angeregt wurde, wäre wohl in der Tat der Bau einer Tiefgarage. Laut Planungsbüro NWP würden sich dadurch die Kosten pro Stellplatz allerdings auf etwa das Dreifache erhöhen (die Rede war vorn 16 000 Euro statt 5200 Euro, Stand 2017). Billiger dürfte es seitdem nicht geworden sein. Fakt ist: Es herrscht Stillstand, auch wenn hinter den Kulissen immer wieder mal verhandelt wird.

Die kleinste Fraktion im Rat, die Freie Hatter Liste, verliert jetzt endgültig die Geduld an der Hängepartie. „Hier muss endlich etwas geschehen“, sagt Manfred Huck (Dingstede). Gemeinsam mit seinen beiden Ratskollegen Michael Stegmann und Andreas Richter (beide Kirchhatten) ruft er die Bevölkerung auf, „ihre Stimme für eine weitere Entwicklung im Ortskern von Sandkrug verstärkt zu erheben“. Die Zeit des Wartens müsse auch einmal ein Ende haben, sind sich die drei Männer einig.


Das Trio bringt gegenüber der NWZ eine Unterschriftenliste ins Gespräch. Die könnte die nötige Aufmerksamkeit der Bankvorstände beschleunigen, meint die FHL. „Als Kunde und Genossenschaftsmitglied ist dieser unschöne Fleck in Sandkrug sehr peinlich“, betont Huck.

Eine Anfrage der NWZ bei der VR Bank zu dem Thema blieb bislang unbeantwortet. Auch wenn die Gemeinde Hatten nicht Eigentümer ist, so ist auch im Rathaus das Interesse an einer Lösung groß. Bürgermeister Christian Pundt, der das Problem mit seiner Wahl im Jahr 2014 „geerbt“ hat, engagiert sich seitdem beharrlich. Anfangs in Gesprächen mit der Eigentümerfamilie, später bei der Suche nach Kompromissen und Alternativen.

Neue Pläne am Horizont

Derzeit würden wieder Gespräche mit Investoren aus der Gemeinde geführt, bestätigt Pundt. Mit einer Entscheidung, ob das Ganze diesmal zum Erfolg führt, sei wohl im März zu rechnen, so der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang würden auch Fördermöglichkeiten von der Gemeinde geprüft. Wenn alles glatt laufe, sei noch mit der Vorstellung der neuen Pläne – übrigens jetzt wieder mit Tiefgarage – im ersten Halbjahr 2020 im Bau- und Planungsausschuss zu rechnen. „Wir unterstützen, wo wir können, um eine Lösung herbeizuführen“, sagt Pundt.

Bleibt abzuwarten, wie flexibel die Ratsfraktionen reagieren. Die FHL vertritt jedenfalls die Meinung: „Sonderbehandlungen wird es nicht geben.“

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten
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