SANDKRUG - Der Minister kam gestern zur Einweihung des erweiterten Backzentrums. „Bruno, der Oldenbäcker“ ist für die Zukunft gut gerüstet.
Von Stephan Onnen
SANDKRUG - „So schnell kann ich das jetzt gar nicht ausrechnen“ – die enormen Zuwächse in der Erfolgsbilanz der Bäckerei „Bruno“ versetzten gestern Nachmittag Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) ins Staunen. Als Seniorchef Rolf Tönnies mit seiner Frau Erna 1964 seine erste Bäckerei bei Baumüller gepachtet hatte, war er auf einen jährlichen Umsatz von 180 000 DM gekommen. In diesem Jahr wird der Umsatz voraussichtlich auf sechs Millionen Euro klettern – das entspricht einer Steigerung um mehr als das 65-fache. Hirche, der zur Einweihung des erweiterten Backzentrums nach Sandkrug gekommen war, beglückwünschte „die Menschen im Oldenburger Land dazu, solche tatkräftigen Unternehmer in ihren Reihen zu haben“.Die Einweihungsfeier fand während des laufenden Backbetriebes statt. So bekamen die Gäste – Vertreter von Behörden und Institutionen, Freunde, Nachbarn und Geschäftspartner – einen Eindruck von den Abläufen in einer modernen Großbäckerei. Trotz der hochwertigen Produktionstechnik mit computergesteuerten Backöfen und automatisierter Teigaufbereitung zählt nach wie vor der „handwerkliche Geist“: „Die Technik soll die Mitarbeiter unterstützen und nicht belasten“, sagte Juniorchef Stefan Tönnies. Sein Vater Rolf beschrieb die Erfolgsformel so: „Gute Konzepte, alte Rezepte und lächelnde Verkäuferinnen.“ Die Damen verkaufen Brötchen und Backwaren in mittlerweile 17 Filialen. Die Firma ist Brötchengeber für 200 Menschen – darunter sind rund 130 festangestellte und zumeist langjährige Mitarbeiter. Durch die Betriebserweiterung auf eine Größe von 2000 Quadratmetern sieht Rolf Tönnies die Weichen für die Zukunft gestellt.
Ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte stellt die im Jahr 2000 vollzogene Änderung des Firmennamens dar: Um sich von einem namensähnlichen Bäckerkollegen zu unterscheiden, wurde „Bruno, der Oldenbäcker“ aus der Taufe gehoben. Bruno hieß Rolf Tönnies’ Vater.
„Wir sind als Gemeinde stolz auf diesen Betrieb“, betonte Bürgermeister Helmut Hinrichs. Ebenso wie Pastor Hermann Schorling, der Rolf Tönnies auch nach seiner vor acht Jahren beendeten Dienstzeit in Sandkrug freundschaftlich verbunden geblieben ist, hob Hinrichs das soziale Engagement des Seniorchefs hervor. Bernhard Hoppmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Genossenschaft der Bäcker- und Konditoren (BÄKO) in Weser-Ems, bezeichnete die Bäckerei Tönnies als „leuchtendes Beispiel für alle Betriebe der Genossenschaft.“
